Mit Ende Juni begann die Burghauptmannschaft Österreich (BHÖ) mit der umfassenden Generalsanierung des Atelier Augarten in Wien-Leopoldstadt – ursprünglich war der Baustart für 2025, dann im ersten Quartal 2026 vorgesehen.
Das historische Gebäudeensemble wird technisch, funktional und energetisch erneuert. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant. Das Atelier Augarten wurde in den 1950er-Jahren für den Bildhauer Gustinus Ambrosi errichtet. Ambrosi wird historisch als austrofaschistischer Staatskünstler eingestuft und arrangierte sich später auch mit dem Nationalsozialismus. Eine thematische Aufarbeitung ist im Zuge der Sanierung nicht geplant.
Zum Ensemble gehören der Ateliertrakt, die Wandelhalle sowie ein mittlerweile ehemaliges Wohngebäude. Nach Jahrzehnten unterschiedlicher Nutzung soll der Standort nun langfristig für die Öffentlichkeit gesichert werden.
Im Zuge der Arbeiten wird die Bausubstanz saniert, die technische Gebäudeausstattung erneuert und die Barrierefreiheit verbessert. Auch die Innen- und Außenbereiche werden funktional angepasst. Auch die Arik-Brauer-Lounge ist nach wie vor ein fixer Bestandteil der Planungen, heißt es seitens der Burghauptmannschaft Österreich zu "Heute". Darüber hinaus sei ein Gastro-Betrieb vorgesehen, für den die Vorbereitungen zur Betreibersuche laufen.
"Mit der Generalsanierung schaffen wir die Grundlage dafür, das Atelier Augarten dauerhaft als offenen Ort für Kunst, Kultur und gesellschaftlichen Austausch zu etablieren. Gleichzeitig bewahren wir ein Stück baukulturelles Erbe und entwickeln es behutsam für die Anforderungen der Zukunft weiter", betont Burghauptmann Reinhold Sahl.
Nach Abschluss der Bauarbeiten soll das Atelier Raum für Ausstellungen, Veranstaltungen, künstlerische Produktionen, wissenschaftlichen Austausch und internationale Kooperationen bieten. Ergänzt wird das Nutzungskonzept durch ein gastronomisches Angebot.
Während der Bauarbeiten ist das Tor Scherzergasse beim Atelier Augarten bis voraussichtlich Ende 2027 gesperrt. Besucher werden gebeten, auf andere Parkzugänge auszuweichen. Der nächstgelegene Zugang befindet sich in der Nordpolstraße, rund 200 Meter entfernt. Die Nutzung des Augartens bleibt laut BHÖ weiterhin uneingeschränkt möglich.
Bereits vor rund 25 Jahren wurde das Atelier Augarten nach einem Konzept der Architektin Susanne Zottl komplett komplett umgebaut. Nun muss etwa die Haustechnik erneuert und eine barrierefreie Infrastruktur errichtet werden. Ende 2024 verkündete Sahl, dass der Umbau bis zu fünf Millionen Euro kosten wird. Nun belaufen sich die Gesamtinvestitionen auf 13 Millionen Euro.