Oberösterreich

Hakenkreuze tätowiert – "Nicht gewusst, was das ist"

Eine abenteuerliche Behauptung: Ein Mann (26) wurde mit Hakenkreuz-Tattoos auf beiden Knien gesehen. Er will nicht gewusst haben, was das bedeutet.

Oberösterreich Heute
Ein 26-Jähriger steht am Mittwoch wegen Wiederbetätigung vor Gericht.
Ein 26-Jähriger steht am Mittwoch wegen Wiederbetätigung vor Gericht.
picturedesk.com / Daniel Scharinger

Schon wieder der nächste Vorfall mit einschlägiger Symbolik: Mit einer kurzen Hose ging ein 26-jähriger Asylwerber aus Georgien Mitte August in ein Geschäft in Braunau. Deutlich sichtbar auf seinen Knien: die Tätowierungen mit NS-Zeichen. Er bekam nicht nur deswegen Probleme, sondern auch wegen eines Ladendiebstahls. Erst Ende September war ein Mann wegen des Zurschaustellens von verbotenem Körperschmuck nicht rechtskräftig verurteilt worden.

"Habe NS-Symbol nicht gekannt"

"Der Mann behauptet, sich nicht mit der nationalsozialistischen Ideologie zu identifizieren", so Claudia Hubauer, Sprecherin des Landesgerichts Ried, über den aktuellen Fall zu "Heute". "Er will außerdem das NS-Symbol nicht gekannt bzw. nicht gewusst haben, was es bedeutet und dass es in Österreich verboten bzw. strafbar ist."

"Der Mann behauptet, sich nicht mit der NS-Ideologie zu identifizieren." Claudia Hubauer, Sprecherin des Landesgerichts Ried

Die Causa hat eine Vorgeschichte: Bereits bei seiner Einreise im Juli war der Mann auf das NS-Verbotsgesetz hingewiesen worden. Auch damals trug er eine kurze Hose und wurde angezeigt. Das Verfahren wurde aber eingestellt.

Nach zwei eingestellten Verfahren schnappte jetzt aber die Falle zu: Bei dem Georgier klickten die Handschellen, über ihn wurde die Untersuchungshaft verhängt. Die Begründung: ein neuerliches Zeigen der verbotenen Tattoos und Fluchtgefahr.

Prozess in Ried

Am Mittwoch muss sich der 26-Jährige vor Gericht verantworten. Ihm wird Wiederbetätigung vorgeworfen. Laut Hubauer handelt es sich heuer bereits um die neunte Verhandlung in Ried im Innkreis nach dem Verbotsgesetz.

Bei einem Schuldspruch durch den Geschworenensenat drohen dem Mann bis zu zehn Jahre Haft.

Mann mit Nazi-Tattoos im Freibad

Ausgerechnet Adolf Hitlers Geburtsstadt kommt wegen einschlägiger Zwischenfälle nicht zur Ruhe: Im Juli beobachtete eine Zeugin einen Mann, der im Freibad Braunau übersät mit Nazi-Tattoos durchs Freibad spazierte. Die Frau schlug bei ihrem Mann, einem Polizisten aus Bayern, Alarm. Dieser informierte sofort seine Kollegen aus Oberösterreich.

Die Beamten rückten an, gingen aber nicht sofort ins Bad, was später zu heftiger Kritik und einer internen Untersuchung führte. Kurze Zeit später wurde der Mann wieder gesehen und festgenommen. Wie sich herausstellte, soll er die Tattoos wiederholt gezeigt haben.

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