Vorweihnachtlicher Wirbel in der Südoststeiermark: Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, werden an zwei Volksschulen im Bezirk Leoben die klassischen Adventfeiern nach römisch-katholischer Tradition gestrichen. Stattdessen soll es jeden Dienstag bis Heiligabend ein "ethisches Ritual" geben. In einem Schreiben an betroffene Eltern, aus dem das Blatt zitiert, heißt es: "Wir werden versuchen, den Bezug zur römisch-katholischen Religion gering zu halten und ein ethisches Ritual daraus machen."
Da gewisse Begriffe wie Advent, Christkind, Nikolaus und Weihnachten "nicht vermieden werden können", sollen sich jene Eltern, die nicht wollen, dass ihre Kinder die Zeit der Feierlichkeiten im selben Raum verbringen, schriftlich an die Klassenlehrer wenden, heißt es weiter.
Die Entscheidung der beiden Schulen sorgt nun für Diskussionen. Denn Eltern laufen Sturm gegen das Adventfest für Atheisten. "Das Weihnachtsfest ist ein religiöses Hochfest, ein Fest, das die Identität des Christentums ausmacht. Daraus kann ich kein ethisches Ritual machen", erklärt eine Betroffene anonym der "Kleinen Zeitung". Man könne kein ethisches Fest als Ersatz für ein christliches Fest durchführen, so ihr Tenor.
Man habe den Elternbrief verschickt, weil es neben römisch-katholischen Schülern auch Kinder gebe, die sich dem frei-christlichen, evangelischen oder islamischen Glauben zugehörig fühlten, betonen die Schulleitungen gegenüber dem Medium.
Die zuständige Bildungsdirektion verteidigt gegenüber der "Kleinen Zeitung" die Vorgangsweise. "Wir haben viele Glaubensrichtungen in den Schulen, die nicht katholisch sind. In manchen Klassen ist das sogar die absolute Minderheit. Auf diese Gegebenheiten muss man Rücksicht nehmen", so Leiter Klaus Kastner. Für ihn sei nachvollziehbar, dass Schulen versuchen, Adventfeiern neutral zu gestalten.
Auch die Politik beschäftigt die Causa nun. Die FPÖ hat sich bereits eingeschaltet. Landesobmann Mario Kunasek will eine Anfrage an den zuständigen Landesrat Werner Amon (ÖVP) stellen. Kunasek will wissen, ob es weitere ähnliche Briefe gab, ob Amon der entsprechende Brief bekannt war und ob er, wie die "Kleine Zeitung" berichtet, eine "Distanzierung von unserer Lebensweise und Kultur" unterbinden will.