Atommüll-Schiff brennt, Bohrinsel evakuiert

Wegen eines Feuers auf einem mit Atommüll beladenen Schiffs ist eine Bohrinsel vor der schottischen Nordseeküste vorsorglich evakuiert worden. Mehr als 50 Arbeiter wurden am Dienstagabend per Hubschrauber in Sicherheit gebracht, nachdem das mit radioaktivem Abfall beladene Schiff in Brand geraten und auf die Plattform zugetrieben war.

Demnach brach das Feuer auf dem dänischen Schiff "Parida" aus, das Atommüll von der schottischen Anlage Dounreay ins belgische Antwerpen transportieren sollte. Nach Angaben der Küstenwache meldete die Besatzung der "Parida" am Dienstagabend bei stürmischer See einen Brand in einem der beiden Schornsteine des Frachters.

Mit ausgefallenem Motor trieb das Schiff auf die Küste zu. Als es sich 20 Kilometer von der Plattform entfernt befand, brachte ein britischer Militärhubschrauber gegen Mitternacht alle 52 Arbeiter auf der Bohrinsel in Sicherheit. Es habe keine Verletzten gegeben, die Evakuierung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, erklärte die Betreiberfirma der Plattform, Woodgroup.

Laut Küstenwache handelte es sich bei der Fracht um schwach radioaktives Material, das in Betonbehältern verstaut war. Das Schiff sei fest verankert worden und soll anschließend zur Küste geschleppt werden. Die Besatzung sei zu keiner Zeit in Gefahr gewesen, die Fracht sei nicht von den Flammen bedroht gewesen, erklärte die Behörde. Der schottische Umweltminister Richard Lochhead bezeichnete den Vorfall dennoch als "ernst".

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