Ätzende Quallen: Was hilft gegen die Biester?

Bild: Fotolia/Privat

Tausende Österreicher machen sich auch in diesem Sommer wieder auf den Weg in den Süden, um ihren wohlverdienten Urlaub am Meer zu verbringen. Einige von ihnen werden aber ungewollte Bekanntschaft mit Quallen machen. Was man gegen die unliebsame Begegnungen unternehmen kann, und wie man sich schnell helfen kann, verrät Dr. Peter Komericki von der Klinischen Abteilung für Umweltdermatologie und Venerologie der Universitäts Hautklinik Graz im großen Interview mit "Heute.at".

Tausende Österreicher machen sich auch in diesem Sommer wieder auf den Weg in den Süden, um ihren wohlverdienten Urlaub am Meer zu verbringen. Einige von ihnen werden aber ungewollte Bekanntschaft mit Quallen machen. Was man gegen die unliebsame Begegnungen unternehmen kann, und wie man sich schnell helfen kann, verrät Dr. Peter Komericki von der Klinischen Abteilung für Umweltdermatologie und Venerologie der Universitäts Hautklinik Graz im großen Interview mit "Heute.at".

Heute.at: Herr Dr. Komericki, welche Quallen sind im Mittelmeerraum, der klassischen Urlaubsregion der Österreicher, die häufigsten?

Peter Komericki: Im europäischen Raum sind am öftesten die Leucht- und die Feuerqualle anzutreffen. Die kommen besonders im Mittelmeerraum in Küstennähe vermehrt vor.

Heute.at: Gibt es auch Süßwasserquallen, vielleicht sogar in Österreich?

Komericki: Ja, die gibt es, allerdings sind sie sehr selten. Dazu kommt, dass sie völlig harmlos sind. Man braucht in unseren Badeseen vor Quallen also keine Angst zu haben.

Heute.at: Zurück zu den Quallen im Meer. Können diese sogar tödlich sein?

Komericki: Nein, die Quallen im Mittelmeer sind nicht tödlich. Eine Ausnahme stellen Allergiker dar, bei denen es nach dem Kontakt durchaus zu einem anaphylaktischen Schock, ähnlich wie bei einem Bienenstich, und folglich zum Tod kommen kann. In Australien hingegen gibt es sehr giftige Quallen. Eine davon ist die Würfelqualle, die extrem giftig und absolut tödlich ist.

Heute.at: Was passiert, wenn man im Meer von einer Qualle gestreift wird?

Komericki: Die Qualle feuert ihre Nesselzellen mit einem hochkomplexen Gift harpunenartig auf die Haut. Die Folge sind Rötungen und Hautverätzungen. Auch zu Blasen, ähnlich wie bei einer Verbrennung, kann es kommen. Wenn die Verätzung ganz schlimm ist, wird die Haut so stark angegriffen, dass es zu offenen Hautstellen kommt, ansonsten ist die Vergiftung oberflächlich.

Heute.at: Wie sollte man sich am besten verhalten, wenn man mit einer Qualle in Berührung kommt?

Komericki: Ganz wichtig ist es, nicht in Panik zu geraten und ruhig zu bleiben. Da der Kontakt sich normalerweise im Meer ereignet, ist die oberste Priorität, unbeschadet an Land zu gelangen. Um die Nesselzellen von der Haut zu bekommen, kann man mit Salzwasser die verätzte Stelle sanft abspülen. Auf keinen Fall darf man Süßwasser nehmen, da dadurch der Verätzungseffekt nur noch verstärkt wird.

Ansonsten eignet sich auch trockener Sand gut zur Wundbekämpfung. Diesen kann man auf die betroffene Hautstelle auftragen und eintrocknen lassen. Anschließend mit einem flachen Gegenstand wie einer Kreditkarte oder einem Taschenmesser abschaben. Nach dem selben Prinzip funktioniert auch Rasierschaum. Viele Rettungsschwimmer verfügen außerdem über ein sogenanntes Quallengel, dass den Schmerz lindert und schnell Abhilfe schafft.

Heute.at: Oft hört man von dem schmerzlindernden Effekt von Urin auf der betroffenen Stelle. Wahrheit oder Mythos?

Komericki: Natürlich habe ich auch schon etliche Erzählungen gehört, in denen Urin geholfen haben soll. Medizinische Empfehlung ist es allerdings keine.

Heute.at: Wir danken sehr für das Gespräch!

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