AUA-Piloten dürfen wieder alleine im Cockpit sein

Piloten dürfen künftig wieder alleine im Cockpit sitzen.
Piloten dürfen künftig wieder alleine im Cockpit sitzen.Bild: Fotolia
Seit dem Germanwings-Absturz dürfen Piloten nicht mehr alleine im Cockpit sein. Die AUA schafft das Vier-Augen-Prinzip mit 1. Mai wieder ab.
Nach dem vom Co-Piloten in Selbstmordabsicht herbeigeführten Germanwings-Absturz am 24. März 2015 mit 150 Toten wurden die Regeln an Bord von Flugzeugen verschärft. Eine der Maßnahmen war die Einführung der Zwei-Personen-Regelung im Cockpit.

Die AUA schafft sie laut "Austrian Aviation" bereits zum 1. Mai 2017 wieder ab. Deutsche Fluglinien ziehen mit 1. Juni nach.

Die AUA schließt sich den Empfehlungen des deutschen Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) an: "Wir folgen der Empfehlung und heben die Zwei-Personen-Regelung mit 1. Mai auf", bestätigte AUA-Sprecher Peter Thier am Freitag.

Gilt für Großteil der AUA-Flotte

Die entschärfte Regelung gilt laut AUA für einen Großteil der Flugzeuge, in denen der Pilot ohne aufstehen zu müssen über eine Kamera sehen kann, wer vor der Tür steht. In anderen Maschinen müssen sich weiterhin immer zwei Personen aufhalten.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. "Kein Sicherheitsgewinn"

"Die Evaluierung hat gezeigt, dass die Zwei-Personen-Regelung keinen Sicherheitsgewinn bringt", begründete der BDL die Entscheidung am Freitag in Berlin. Durch das häufigere Öffnen des Cockpits gebe es zusätzliche Risiken, dass Unbefugte eindringen.

Weitere geplante oder bereits eingeführte Regeln:

EU-weit sollen medizinische Checks für jene Piloten, die schon einmal aufgefallen sind, verpflichtend werden. Bei der Einstellung soll standardmäßig ein psychologischer Test durchgeführt werden. Die Empfehlungen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA soll in einem Gesetzesentwurf der EU-Kommission münden.

Aufgrund des direkten lokalen Bezugs wurden in Deutschland mehrere Änderungen diskutiert und auch umgesetzt. Die im April 2016 beschlossene Medizindatenbank, in der alle Behandlungen und Befunde von Piloten gespeichert werden sollen, ist noch nicht im Betrieb.

Ebenfalls beschlossen wurde, dass Airlines bei vorliegendem Verdacht einen Alkohol- oder Drogentest durchführen sollen. Das Gesetz trat im April 2017 in Kraft, doch noch beteiligen sich nicht alle deutschen Fluglinien.

(aj)

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