"Wir werden uns alle (mind.) einmal mit Corona infizieren. Mit Impfschutz und regelmäßiger Auffrischung (wie häufig ist unklar) ist das nicht angenehm, aber besser als ungeimpft, wo man ein unkalkulierbares Risiko nimmt", schreibt Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes, auf Twitter. Und er warnt: "Bis alle Menschen geimpft werden können (auch Kinder jeden Alters), müssen wir 'Durchseuchung' verhindern."
Notwendig sei laut dem Experten, dass "weltweit alle Menschen geimpft werden können". Weiter begleiten würden uns auch saisonale Hygienemaßnahmen "wie so vieles andere, an das wir uns gewöhnt haben (wie Brillen, WC-Papier oder meinetwegen Sonnencreme)". Zusammen mit verbesserten Therapien würden aber auch geimpfte Risikopatientinnen und -patienten nach einer Infektion "weniger leiden" müssen.
Übrig blieben die Langzeitschäden, so Foitik, es sei allerdings noch nicht klar, ob diese sich bei mehrmaliger Infektion verstärken könnten. "Auch das spricht fürs Impfen", so Foitik. Aber: "Die Schäden, die wir gerade am Gesundheitswesen (und an den dort tätigen Menschen) anrichten, sind einerseits gewaltig und andererseits nachhaltig, werden uns also noch lange beschäftigen." Und jeder Einzelne müsse beginnen, die "Gräben in der Gesellschaft" sofort zu füllen.
Passieren könne dies laut Foitik mit "Solidarität, Empathie, sich selbst nicht so wichtig nehmen und Toleranz. Das ist tragfähig genug, um die andere Seite erreichen zu können". Womit Foitik schließt: "Und wir brauchen endlich eine gesellschaftliche Verhandlung darüber, welche Macht wir (selbstlernenden) Algorithmen geben & wer sie kontrolliert, wenn selbst ihre Schöpfer sie nicht mehr verstehen. Sonst ist das, was wir gerade auf digitalen Plattformen erleben ein Lercherl."