Auch Kroatien macht die Grenzen dicht

Rumänien will sich den Bau des ungarischen Grenzzauns nicht gefallen lassen. Den ungarischen Regierungschef Viktor Orban kümmert das wenig - er plant bereits den Bau eines Zauns zu Kroatien. Die Situation an der serbisch-ungarischen Grenze droht zu eskalieren. Indes sind die ersten Flüchtlinge aus Ungarn unterwegs in die Slowakei. Wie immer informieren wir sie im "Heute.at"-Liveticker über die aktuellsten Entwicklungen.
Neuer Hotspot in der Flüchtlingskrise ist die kleine Ortschaft Tovarnik an der serbisch-kroatischen Grenze. Bei nur 2.775 Einwohnern sitzen momentan zwischen 10.000 und 12.700 Flüchtlinge, je nach Quelle, im Dorf fest. Die Polizei ist überfordert, dem Roten Kreuz sind die Lebensmittel ausgegangen.

Die Polizisten konnten die Menschen nicht am Bahnhof halten. Deshalb sitzen die Flüchtlinge nun überall im Ort, der Weitertransport funktioniert nicht, dem Roten Kreuz sind die Lebensmittel ausgegangen, sie haben die Regierung um Unterstützung gebeten. Bei Tageshöchsttemperaturen von über 30 Grad lagen die Nerven bei den Leuten blank. Erst 600 Personen wurden in Bussen Richtung Slowenien gebracht.

Flüchtlinge an deutscher Grenze übernachten im Freien

Massen von Flüchtlingen sitzen auch in Freilassing an der Grenze von Österreich zu Deutschland. Die Flüchtlinge dort stellen sich auf eine lange Nacht ein. Sie wollen unter freiem Himmel schlafen, ins Flüchtlingslager wollen sie nicht. Deutschland ist für die Verzweifelten zu nah, um sich jetzt vom Ziel abbringen zu lassen. Das Bundesheer ist vor Ort, um Hilfe zu leisten. 

Pendler standen stundenlang im Stau, Kosten: 2,5 Mio/Tag 

An den Grenzen kommt es weiter zu Verzögerungen. In Klingenbach an der österreichisch-ungarischen Grenze standen Pendler am Donnerstag stundenlang im Stau für eine Strecke, die normalerweise in wenigen Minuten bewältigt werden kann. Gerade für die vielen Ungarn, die in Österreich arbeiten ist das eine Katastrophe. Auch der Warentransport verzögert sich an jeder Grenze. Laut ORF kosten die Verspätungen 2,5 Millionen Euro Tag. 

18 Flüchtlinge von Salzburg in die Slowakei gebracht

Die Lage in Österreichs Notquartieren hat sich entspannt, Helfer und Polizei rechnen aber schon mit dem nächsten Ansturm. Erstmals hat die Slowakei 18 Flüchtlinge aufgenommen. Sie wurden von Salzburg nach Gabcikovo gebracht. 500 weitere Flüchtlinge aus Traiskirchen sollen folgen. 

Auf politischer Ebene wird an allen Fronten gearbeitet: 


Kanzler Werner Faymann war am Donnerstag auf Besuch in Slowenien und Kroatien
Auf EU-Ebene wurden zwei Treffen vereinbart: Am Dienstag treffen sich die EU-Innenminster, am Mittwoch die Staats- und Regierungschefs
Rumänien hingegen will gegen die Verlängerung des ungarischen Grenzzauns vorgehen. Ungarns Staatschef Viktor Orban kümmert das wenig. 
Deutschland will das Asylgesetz verschärfen. Abschiebungen sollen schneller und ohne Ankündigung durchgeführt werden dürfen; Asylwerber sollen nach drei Monaten als Leiharbeiter eingesetzt werden dürfen; wer in einem anderen Land um Asyl hätte ansuchen müssen, dem werden Leistungen gestrichen


 
Nav-AccountCreated with Sketch. heute.at TimeCreated with Sketch.| Akt:

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen