Um ehrlich zu sein, können wir uns mit Nico und Gabi sehr glücklich schätzen, denn sie ergänzen sich hervorragend", stellt sich Audi-Renndirektor Allan McNish hinter die aktuelle Fahrerbesetzung der Ingolstädter. "Sie befinden sich in unterschiedlichen Phasen ihrer Karrieren."
Wie motorsport-total.com berichtet, hebt McNish besonders die Stärken der beiden hervor: "Mit Nico haben wir jemanden, der über viel Erfahrung verfügt, sich immer noch ins Auto setzt und auch im Rennen abliefert. Das haben wir nun schon mehrfach gesehen. Einfach klasse", so der Schotte. Auch wenn Hülkenberg in dieser Saison noch auf seine ersten WM-Punkte wartet, ist McNish von seinem Können überzeugt.
"Und auf der anderen Seite wird Gabi von Wochenende zu Wochenende stärker." Der 21-jährige Brasilianer hat bereits beim Saisonauftakt in Australien zwei Zähler geholt und fuhr beim Grand Prix von Großbritannien als Achter erneut in die Punkteränge. "Ich finde, wir haben da eine gute Balance zwischen den beiden gefunden", meint McNish und deutet damit an, dass Audi an der Fahrerpaarung für die kommende Saison wohl festhalten will. "Ich glaube, dass es für unsere aktuelle Situation die perfekte Kombination ist."
Auch McNish selbst, der nach dem Abschied von Teamchef Jonathan Wheatley die Rolle des Renndirektors bei Audi übernommen hat, sieht sich in einer Position, um Bortoletos Entwicklung zu unterstützen. "Ich kann Gabi nicht beibringen, wie man Auto fährt; das weiß er bereits", sagt der Schotte. "Das ist völlig klar." "Aber es gibt definitiv Erfahrungen, die ich gemacht habe und denen er im Laufe seiner Karriere irgendwann ebenfalls begegnen wird." McNish war 2002 eine Saison lang für Toyota in der Formel 1 unterwegs, blieb im unterlegenen TF102 aber ohne WM-Punkt.
Seine größten Erfolge feierte der heute 56-Jährige im Langstreckensport: 1998, 2008 und 2013 gewann er die 24 Stunden von Le Mans und krönte sich in der Saison 2013 zusätzlich zum Langstrecken-Weltmeister. "Und ich denke, jemanden an der Seite zu haben, der all das schon durchlebt hat, ist in solchen Situationen ein Vorteil." "Aber wie gesagt: Bei Nico und Gabi haben wir zudem die Situation, dass sich die Fahrer gegenseitig helfen und ergänzen. Ich glaube also nicht, dass Gabi sich Dinge zwangsläufig nur von mir abschaut. Ich denke, er lernt von allen im Team - auch von Nico."
Der junge Brasilianer hat seine Qualitäten heuer schon mehrfach gezeigt, etwa im Qualifying von Silverstone: Wegen eines technischen Problems blieb dem Audi-Piloten am Ende nur ein Versuch in Q1. "Das war ein entscheidender Moment", erinnert sich McNish. "Denn obwohl um ihn herum viel Hektik herrschte, blieb er voll konzentriert darauf, diese Runde sauber hinzubekommen. Und er schafft es, solche sauberen Runden ziemlich konstant zu fahren", lobt der Schotte und hebt noch eine weitere Stärke hervor.
"Wenn ich das Ganze etwas allgemeiner betrachte, dann ist es einfach seine mitreißende Begeisterung. Er ist ein unbeschwerter Typ und eine echte Bereicherung für das Team", sagt der Audi-Renndirektor. "Er hat immer ein Lächeln im Gesicht, und das ist für uns ein riesiger Pluspunkt. Das hebt einfach die Stimmung." Für McNish ist genau diese Mischung ein wichtiger Faktor innerhalb der Mannschaft. "In schwierigen Rennen oder an Tagen, an denen es nicht gut lief, hatten wir Nico, der das Team dank seiner Erfahrung vorangebracht hat", sagt er. "Und Gabi bringt das Team durch seinen jugendlichen Enthusiasmus ebenfalls voran."