Auf Facebook kann man jetzt Polit-Werbung ausschalten

Facebook gibt seinen Nutzern neu die Option, politische Werbung zu verbergen.
Facebook gibt seinen Nutzern neu die Option, politische Werbung zu verbergen.iStock
Trotz vermehrter Kritik will Facebook als Plattform politisch neutral bleiben. Nun wird eine neue Funktion eingeführt, die Polit-Werbung verbirgt.

Der Facebook-CEO Mark Zuckerberg hat am Dienstag angekündigt, dass die Plattform ihren Nutzern künftig die Möglichkeit bieten wird, politische Werbung auszuschalten. "Ich weiß, dass viele Leute Politiker dafür, was sie sagen, in Verantwortung ziehen möchten. Und viele wollen auch, dass wir ihre Inhalte moderieren oder gar löschen", so Zuckerberg.

Daher habe man für jene Menschen, die sich bereits eine Meinung zur kommenden Wahl in den USA gemacht hätten, die Funktion eingeführt, politische Werbung zu verbergen. "Einige von euch wollen einfach, dass die Wahlen endlich vorbei sind. Wir hören euch", so der CEO.

Dies bedeute aber nicht, dass Facebook ihre Nutzer entpolitisieren wolle. "Wir werden euch nach wie vor daran erinnern, wählen zu gehen", versichert Zuckerberg. Tatsächlich wolle Facebook aktiv dazu beitragen, dass mehr Menschen ihre Stimme abgeben.

"Plattform so offen wie möglich halten"

Zu diesem Zweck wird ein "Voting Information Center" eingerichtet, in welchem alle Informationen rund um die Präsidentschaftswahl 2020 zu finden sein werden. Dazu gehören Informationen zu Registrierung, zur verfrühten Stimmabgabe und zur Briefwahl. Man erwarte, dass rund 160 Millionen Menschen diese Informationen zwischen Juli und November zu Rate ziehen werden, wie "Business Insider" berichtet.

Darüber hinaus will Facebook weitere Anstrengungen betreiben, was bösartige Accounts und allfällige ausländische Einmischung in die Vorbereitung der Wahlen angeht. Bereits im Jahr 2018 wurden 3,3 Milliarden falsche Accounts gelöscht. Im letzten Jahr waren es sogar 5,4 Milliarden.

Diese Ankündigungen stehen im Zusammenhang mit der anhaltenden Kritik, dass Facebook politische Inhalte nicht genügend moderiere und auch Falschinformationen verbreite. Zuckerberg sagt dazu: "Facebook sollte nicht der Richter darüber sein, was von alledem, was die Leute posten, wahr ist und was nicht." Viel eher findet er, dass die Menschen selbst urteilen sollten. "Deshalb bin ich der Überzeugung, dass wir unsere Plattform so offen wie möglich halten sollten, während unsere Anstrengungen dafür aufgewendet werden, die Wahlbeteiligung zu erhöhen."

Facebooks Streit mit Twitter

Im Mai unterzog Twitter erstmals zwei von Donald Trumps Tweets zum Thema Briefwahl einem Faktencheck und versah sie mit Warnhinweisen wegen Irreführung. Mit einem blauen Ausrufezeichen gekennzeichnet, forderte ein Link die Leser auf, sich Fakten über die Briefwahl zu verschaffen. Folgte man diesem Link, wurden die Aussagen des Präsidenten als "fälschlich" und "unbegründet" bezeichnete.

Zuckerberg hatte dieses Vorgehen scharf kritisiert. Facebook habe eine andere Politik als der Kurznachrichtendienst, und er glaube fest daran, dass "Facebook nicht der Schiedsrichter über die Wahrheit dessen sein sollte, was die Leute online alles sagen". Private Firmen sollten das erst recht nicht sein, und vor allem nicht die Social-Media-Plattformen.

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