Jedes Jahr werden in den kalten Wintermonaten vorübergehende Notquartiere für Obdachlose in Wien eingerichtet. Eines der diesjährigen Winterquartiere befindet sich in der Rzehakgasse (Simmering) und sorgt nicht zuletzt durch die unmittelbare Nähe zu zwei Schulen für Diskussionen unter Anrainern und in der Bezirkspolitik. Betrunkene würden "herumlungern", Kinder anpöbeln und für Angst im Grätzl sorgen, kritisieren die Bewohner. Der Samariterbund beschwichtigt, man sei in ständigem Austausch mit der Polizei und den Schulen. Bei einem Treffen zwischen beiden Seiten gingen die Wogen hoch, laut Samariterbund versuchten Anrainer kurz danach sogar, in die Unterkunft einzudringen.
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Die Besorgnis über mögliche weitere Protestaktionen sei deshalb groß, so eine Sprecherin des Samariterbundes. "Wir haben in den letzten Tagen verstärkt Warnungen via Telefon und Mail erhalten, dass zu einer Protestaktion gegen das Winterquartier aufgerufen wird", heißt es. Aufgrund der Vorgeschichte gehe man davon aus, dass es sich hierbei um ernstzunehmende Warnungen handle.
Der geplante Protest ist mittlerweile auch zum Bezirk durchgedrungen. "Wir sind darüber informiert und haben es an die Polizei weitergeleitet", heißt es aus dem Büro von Bezirkschef Thomas Steinhart (SPÖ). Dieser betont, alle Beschwerden würden protokolliert und weitergeleitet werden. Auch sei man verstärkt mit dem Fair Play Team im Bezirk im Austausch. Die FPÖ Simmering, die bereits mehrfach Kritik an den Umständen vor dem Haus Haidehof übte, weiß auf "Heute"-Anfrage nichts von einer Protestaktion und stellt klar: "Wenn etwas geplant sein sollte, geht das nicht von uns aus."
Doch nicht nur der angekündigte Protest macht dem Samariterbund in Simmering zu schaffen: Zudem sei man regelmäßig damit konfrontiert, dass Obdachlose fotografiert und diese Fotos für Social Media Postings verwendet werden. "Die Rechte am eigenen Bild sind natürlich auch dann zu wahren, wenn der Betreffende kein Obdach hat. Es kann nicht sein, dass hier eine skurrile 'Fotosafari' passiert. Wir werden gegen diese Unart rechtlich vorgehen. Wir bitten herzlich, von Aktionen abzusehen, die populistisch auf dem Rücken der Schwächsten unserer Gesellschaft ausgetragen werden", heißt es.