Auftrags-Killer schoss Bub vom Fahrrad: 20 Jahre Haft

Bild: Denise Auer

Bei der mörderischen Eintreibung von Schulden im Serben-Milieu geriet ein Bub (13) in Wien in die Schusslinie - und wäre fast gestorben. Nach einem Fehlurteil stand der Schütze am Donnerstag erneut vor Gericht.

Bei der mörderischen Eintreibung von Schulden im Serben-Milieu geriet ein Bub (13) in Wien in die Schusslinie – und wäre fast gestorben. Nach einem Fehlurteil stand der Schütze am Donnerstag erneut vor Gericht.
Inkassobüro Belgrad: Am 2. Juli 2015 rannte der Serbe Aleksandar A. (35) laut schreiend im Zickzack über die Wiener Pasettistraße. Hinter ihm eine Gestalt mit dunkler Schirmmütze. Der Gejagte war einem Landsmann aus Drogendeals Geld schuldig. Jetzt ahnte er: Ein Auftragstäter sollte ihn bestrafen. Tatsächlich begann der Verfolger zu schießen.

Im selben Moment bogen zwei Radfahrer in die Straße ein: Schüler Daniel (13) und sein Papa, unterwegs in ein Bad. Eine Kugel traf den Buben lebensgefährlich in den Bauch. Aleksandar A. holte ein Steckschuss ins Gesäß von den Beinen. Der Schütze flüchte in einem Leihwagen aus Belgrad. Der Mietvertrag und markante Sportschuhe des Täters führten zu Slobodan C. (38).

Vor Gericht schob der Serbe (Anwalt Michael Schnarch) den Mordversuch einem verstorbenen Ganoven in die Schuhe – und kam damit bei den Geschworenen durch. Die Berufsrichter aber hoben den Freispruch auf. Beim neuen Prozess am Donnerstag (Vorsitz: Martina Krainz) bekannte sich Slobodan C. wieder "nicht schuldig". Doch diesmal räumte der Senat alle Zweifel an Indizien und Zeugenaussagen aus. Das Urteil: 20 Jahre Haft (nicht rechtskräftig).

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