Politik

Auftritt bei FPÖ: Thilo Sarrazin fliegt aus der SPD

Heute Redaktion
13.09.2021, 14:46

Thilo Sarrazin wurde aus der SPD ausgeschlossen. Gründe dafür seien sein jüngstes Buch "Feindliche Übernahme", sowie ein Auftritt bei einer Veranstaltung der FPÖ.

Thilo Sarrazin ist nicht mehr Parteimitglied der SPD. Das Landesschiedsgericht der Berliner SPD hat den früheren Finanzsenator ausgeschlossen.

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Rede bei FPÖ-Veranstaltung im März 2019

Die Entscheidung fiel nach Informationen aus Parteikreisen am Mittwochabend. Gründe dafür sollen u.a. Sarrazins jüngstes Buch "Feindliche Übernahme" sowie der Auftritt bei einer FPÖ-Veranstaltung FPÖ im Europawahlkampf sein.

Sarrazin nahm im März 2019 an einer Diskussion bei der Freiheitlichen Akademie in Wien teil. Seine Thesen zur Migration und zum Islam waren schon länger umstritten.

Der 74-jährige Volkswirt war von 1975 bis 2010 im öffentlichen Dienst tätig, davon zwei Jahre in einer leitenden Position bei der Deutschen Bahn AG.

Seine politische Karriere startete Sarrazin im Jahr 2002. Bis 2009 war er als Finanzsenator im Berliner Senat der SPD tätig, anschließend wurde er bis Ende September 2010 Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank.

Bücher sorgen regelmäßig für Wirbel

Sein Buch mit dem Titel "Deutschland schafft sich ab" sorgte 2010 für viele Kontroversen. Sarrazin beschäftigt sich darin mit den Auswirkungen der Zuwanderung und dem Islam in Deutschland. Es ist bis heute das meistverkaufte Sachbuch in Deutschland.

Im Zuge der Kontroverse um das Buch gab Sarrazin seinen Posten als Bundesbankvorstand auf. Auch seine weiteren Werke "Europa braucht den Euro nicht" , wo er seine Thesen zur Finanzpolitik offenbarte, und "Der neue Tugendterror" wurden zu Bestsellern, aber auch kritisch behandelt.

Scharfe Kritik am Islam

Sein letztes Buch "Feindliche Übernahme: Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht" erschien im Mai 2018. Darin meinte er, dass die "religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime" und deren steigende Geburtenzahlen die offene Gesellschaft, Demokratie und den Wohlstand gefährden. Integration sei laut seinen Ansichten kaum möglich.

Im Zuge der Veröffentlichung seiner Bücher hatte die SPD mehrfach versucht, Sarrazin aus der Partei auszuschließen. Insgesamt gab es drei Parteiordnungsverfahren.

Laut SPD "klar rassistisch"

Im 11. Juli 2019 gab die Parteischiedskommission Charlottenburg-Wilmersdorf dem Antrag auf Parteiausschluss statt. Seine neuesten Äußerungen seien "klar rassistisch", urteilte die SPD-Schiedskommission. Sarrazins Anwalt legte Berufung ein.

Noch vor einigen Tagen hatte der 74-jährige Deutsch erklärt, dass die SPD mit ihren seit Jahren betriebenen Versuchen, ihn aus der Partei auszuschließen, auch diesmal scheitern werde. "Ich habe wissenschaftliche Sachbücher geschrieben", meinte Sarrazin.

Bisher habe niemand aus der SPD-Führung belegen können, was daran sachlich falsch sei. "Ich lasse mir meinen Ruf als Sachbuchautor nicht kaputtmachen", so der Autor.

Jetzt wurde der früheren Finanzsenator tatsächlich ausgeschlossen. Ein offizielles Statement der SPD steht noch aus.

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