Aus für Bärenfell – Das sollen Bobbys künftig tragen

Die charakteristische Kopfbedeckung der Queen's Guard ist 46 Zentimeter hoch und sieben Kilo schwer.
Die charakteristische Kopfbedeckung der Queen's Guard ist 46 Zentimeter hoch und sieben Kilo schwer.KIRSTY O'CONNOR / AFP / picturedesk.com
PETA fordert in einer Petition die Bärenfell-Mützen der Queen's Guard mit einer synthetischen Alternative zu tauschen. Das Ministerium verweigert.

Sie patrouillieren tagein tagaus vor dem Buckingham Palast und sind ein Wahrzeichen Londons: Die Garde der Queen, im Volksmund auch "Bobbys" genannt. Die Männer in ihren knallroten Jacken und überdimensionalen, plüschigen schwarzen Kopfbedeckungen gehören zum Klischee-Bild Großbritanniens wie der Big Ben oder die roten Telefonzellen. Aber: Die 46 Zentimeter hohen und sieben Kilo schweren Kopfbedeckungen werden nach wie vor aus echtem Bärenfell kanadischer Braunbärinnen gefertigt. In Zeiten, wo Tierrechte groß geschrieben werden, erscheint das fast skurril. Eine Initiative will das nun ändern.

Ein Bär pro Mütze

Der britische Schauspieler Simon Pegg macht sich bei der Tierschutzorganisation PETAfür die fellfreie Alternative der Mützen stark. Der 54-jährige Schauspieler spielt in den Werbespots von "Go Fake For The Bears' Sake" mit und fordert das Verteidigungsministerium auf, die Bärenfelle, die für die Mützen der Queen's Guard verwendet werden, durch tierfreundliches Material zu ersetzen. "Die Kappen dienen keinem militärischen Zweck, und jede kostet mindestens einem Bären das Leben. Die Bärenfelle könnten leicht durch Kunstpelz ersetzt werden, wobei das traditionelle Aussehen beibehalten, aber die Grausamkeit beseitigt würde."

100.000 Unterschriften

Seit einigen Monaten läuft eine Online-Petition, die sich für Kunstpelz auf den Häuptern der oft stundenlang stramm stehenden Garden einsetzt. "Das Verteidigungsministerium ist nicht von den ethischen Standards vom Rest der Gesellschaft ausgenommen", heißt es in den Forderungen. Damit das nationale Symbol auch in einer modernen Gesellschaft bestehen könne, müsse statt des Bärenfells Kunstpelz zum Einsatz kommen. Wie auch in Österreich, braucht die Petition 100.000 Unterschriften, um eine Parlamentsdebatte auszulösen. Bis Mitte April hatten mehr als 53.700 Menschen die Petition unterzeichnet – also gut die Hälfte. 

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Das sagt das Ministerium

Die Regierung blieb bei ihrer Haltung und antwortete auf die Petition, dass sie immer noch "keine Pläne habe, die Verwendung von Bärenfellen zu beenden." Die Erklärung: Es gäbe bis dato "keine tierfreie Alternative, die das wesentliche Kriterium für die zeremoniellen Mützen der Queen's Guards erfüllt", erklärt das Ministerium in einer Aussendung. Seit 2015 seien vier verschiedene synthetische Pelz-Varianten getestet worden. Doch keiner konnte den hohen Ansprüchen - neben Aussehen etwa auch die Wasserdurchlässigkeit - standhalten, wie der Militärsprecher erklärte.

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