"Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr", sagt die Obfrau des Vereins "Sozialgreissler Korneuburg" gegenüber der "NÖN". Am 18. Mai sperrt die Chefin ihr Geschäft in der Stockerauer Straße in Korneuburg zu. "Obwohl es mir für meine Stammkundschaft leidtut, sah ich letztlich keinen Ausweg mehr."
Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs für Menschen mit wenig Einkommen zu günstigen Preisen wurden im Sozialmarkt angeboten. Für Kunden war ein Einkommensnachweis und ein Lichtbildausweis erforderlich.
Zuletzt seien die Schwierigkeiten aber immer mehr geworden, so die Obfrau zur "NÖN". Ein abgebrochener Ast, der ihr Kühlfahrzeug beschädigte, sorgte für Streit mit der Versicherung. Waren zu beschaffen, sei zuletzt immer mehr zu einem Hindernislauf geworden.
"Die Unzufriedenheit der Leute ist gestiegen", so die Obfrau, die jeden Tag zwölf Stunden für den Verein tätig war, was auch an die körperliche Substanz ging. Die Kommentarfunktion ihres Facebook-Accounts habe sie auch schon ausschalten müssen: "Ich will und muss mich nicht für alles rechtfertigen." Ein Nachfolger sei derzeit nicht in Sicht.