Aus Liebe Handy in Zellen geschmuggelt - 18 Monate Haft

Weil sie für Häftlinge Handys in die Justizanstalt Stein geschmuggelt und unerlaubt Daten abgefragt hat, ist Justizwachebeamtin Sandra O. (31) am Mittwoch am Landesgericht Krems des Amtsmissbrauchs schuldig gesprochen worden.


Die 35-Jährige, die von dem Freigänger Sufian H. ein Kind bekommen hatte, wurde - nicht rechtskräftig - zu 18 Monaten bedingt verurteilt. Mildernd auf die Strafbemessung wirkten sich ihre Unbescholtenheit und das Geständnis aus, sagte die vorsitzende Richterin des Schöffensenats, Susanne Daniel.

Erschwerend waren allerdings der längere Tatzeitraum und das Zusammentreffen mehrerer Taten. Für die 35-Jährige, die derzeit in Karenz ist, bedeutet die Strafe von 18 Monaten den Amtsverlust.

Zwei Häftlinge ebenfalls verurteilt

Schuldsprüche gab es auch für die zwei mitangeklagten Häftlinge, die die Frau laut Anklage angestiftet bzw. den Schmuggel organisiert hatten. Ihr Freund, genau heute 32 Jahre alt, der sich nicht schuldig bekannt hatte, erhielt 18 Monate, sein damaliger voll geständiger Zellengenosse (37) zwölf Monate Freiheitsstrafe.

Die Der Südländer hatte seinem Zellengenossen stolz erzählte, dass Sandra von ihm schwanger ist. Folge: Der Mitwisser erpresste die Beamtin, für ihn Handys einzuschmuggeln. Als ein Gerät entdeckt wurde, verriet er das Paar. Sandra wurde suspendiert, ihr Lover nach Suben verlegt, der Amtsmissbrauch und die Erpressung angezeigt.

Die kleine Tochter der beiden ist nun fünf Monate alt. Aus einer 2008 geschiedenen Ehe blieben der Frau wegen eines mitunterschriebenen Kredits hohe Schulden, erläuterte ihre Verteidigerin Astrid Wagner. Die 35-Jährige bekannte sich schuldig, beteuerte aber, dass ihr Freund nichts von dem mit dessen Zellengenossen durchgeführten Handyschmuggel gewusst habe.

Alle Urteile sind nicht rechtskräftig.
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