Seit dem großen Serienfinale im Jahr 2019 hat "The Big Bang Theory" Millionen Menschen weltweit begeistert. Sie zählt noch immer zu den meistgesehenen Serien überhaupt und gilt als eine der erfolgreichsten Sitcoms der Fernsehgeschichte.
Doch jetzt ist für viele der Fernsehabend nicht mehr derselbe: Netflix und andere Anbieter haben "The Big Bang Theory" aus ihren Mediatheken entfernt.
Aber auch die beliebten Serien "Friends" und "Suits" wurden per 30. Dezember 2025 aus dem Programm von Netflix gekickt. Netflix hat jährlich rund 100 Millionen US-Dollar für die Lizenzrechte an "Friends" gezahlt – diese Verträge sind nun aber ausgelaufen.
Eine Nutzerin auf TikTok schreibt verzweifelt: "Ich habe seither jeden Tag geheult. Das war meine Komfort-Serie, seit ich acht Jahre alt war (ich bin 15) und ich habe sie mehr als zehnmal gesehen".
Damit ist sie nicht allein: Zahlreiche Fans vermissen ihre Lieblingsserie schmerzlich. Wer die Folgen sehen will, kann sie aktuell nur noch gegen Aufpreis leihen oder kaufen.
Viele Menschen haben zwei, drei Lieblingsserien oder Filme, die sie immer wieder anschauen. Sie geben Halt und sorgen für ein Gefühl von Geborgenheit. "Vorhersagbarkeit ermöglicht Kontrolle und Sicherheit, was Angst und Erregung dämpft. Man wählt Inhalte, die zuverlässig trösten oder aufhellen. Parasoziale Beziehungen (Beziehungen zwischen einer Person und einer Medienfigur) fühlen sich wie sozialer Ersatz an und können Einsamkeit puffern", erklärt Kommunikationswissenschaftler Dr. Andreas Fahr gegenüber "20 Minuten".
Die Wissenschaft zeigt: Die gleichen Emotionen kommen beim erneuten Anschauen wieder – wenn auch abgeschwächt. Gerade in stressigen Zeiten, bei Unsicherheit durch Prüfungen, Krankheit oder Trennungen, greifen viele zu ihren Wohlfühl-Serien. Wer Klarheit und Sicherheit sucht, findet sie oft in vertrauten Geschichten.
"Langfristig kann zu viel Wiederholung aber dazu führen, dass man Dinge aufschiebt, weniger schläft und neue Erfahrungen vermeidet." Die richtige Balance ist entscheidend: Serien als entspannendes Abendritual sind super – aber als Flucht vor dem echten Leben sollten sie nicht dienen.