1:1! Wieder kein Sieger im Wiener Derby. Am Sonntag trennen sich Rapid und die Austria zum sechsten Mal in Serie unentschieden, zum dritten Mal in dieser Saison. Damit steht auch fest: Auch im ersten Meisterrunden-Derby kann Rapid im Allianz Stadion nicht gewinnen.
Seit der Eröffnung im Sommer 2016 müssen die Fans auf den ersten Heimsieg gegen die Veilchen warten.
Das amüsiert Austria-Torschützen Marco Djuricin, der bei "Sky" stichelt: "Wir sind hier weiter ungeschlagen. Das ärgert sie sicher extrem. Aber man muss auch danke sagen, so eine Kulisse freut jeden Wiener."
Djuricin weiter "Wenn ich seit sechs Jahren ein Stadion eröffne und noch nie gegen den Erzrivalen gewinne – das würde mich auch nerven. Aber ist nicht unsere Sache. Den Punkt nehmen wir mit. Ich will nicht zu viel herumsticheln. Aber der neutrale Beobachter hat glaube ich gesehen, dass wir näher am Sieg dran waren."
Auch Veilchen-Keeper Patrick Pentz geht nach dem Abpfiff in die Offensive. Er wird auf einen Disput mit Rapid-Stürmer Fredi Druijf angesprochen, erklärt selbigen: "Beim Derby gehen die Emotionen immer hoch. Ich bin nur zum Stürmer gegangen und habe nett gefragt, warum er sowas macht. Dann rasten vom Vorstadt-Team gleich alle Spieler aus. Ich weiß auch nicht, warum. Aber es hat sich schnell aufgelöst."
Druijf foulte Pentz zuvor bei einem Ausschuss. Nach einem kurzen Wortwechsel gibt es nach dem Abpfiff schließlich noch die versöhnliche Umarmung auf dem Rasen.
Die gegnerischen Fans werden die Bezeichnung "Vorstadt-Team" wohl weniger freudig entgegennehmen.
Pentz über das Spiel: "1:1 ist da herin schon ein bisschen Wahnsinn. Wir spielen hier oft 1:1. Ich weiß auch nicht, warum. Aber alles in allem ist es glaube ich verdient."
Rapids Bernhard Zimmermann: "Ich möchte den Fans für diese Stimmung danken. Das bleibt auf jeden Fall für immer in meinem Kopf. Aber ich möchte hier herinnen auch ein Derby gewinnen, das ist dann noch schöner."
Robert Ljubicic: "Wir hatten das Spiel im Griff. Durch einen unglücklichen Fehler bringen wir die Austria ins Spiel. Dann war es ausgeglichen. Wir hatten die besseren Chancen aber ich glaube, ein verdientes 1:1. Wir haben im Training gesagt, wir wollen hoch anpressen. Das ist gelungen."
"Ich glaube, mein Nachname ist bekannt für Tore gegen die Austria. Für die Zuschauer war es denke ich ein unglaubliches Gefühl. Für mich war es das erste Mal. Ich wünsche es mir, jedes Mal vor so einem Publikum zu spielen."
Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer: "Es war das erwartete Fußballfest. Für den neutralen Zuseher ein intensives Spiel, es gab genug Strafraumszenen. Wir haben bis zum 1:1 ein nahezu perfektes Spiel geliefert. Das kennen wir schon, dass wir dann den Faden verlieren. Das darf nicht passieren. Aber es ist wieder passiert. Wir haben es nicht geschafft, in der Anfangsphase den Sack zuzumachen."
Feldhofer weiter: "Das war offensichtlich, dass beide eine hohe Intensität gegangen sind. Keiner wollte dann zu viel riskieren. Wir wussten, bei zu viel Risiko kann die Austria in Umschaltmomenten wirklich gefährlich sein. Für uns ist es ein bisschen eine Enttäuschung, weil wir das Ziel hatten, zu gewinnen. Feierstimmung ist nicht in der Kabine. Das ist auch ganz normal, das ist gut. Es ist ein Lernprozess. Wir sind sehr jung. Kein Problem."
Austria-Trainer Cem Sekerlioglu, der den Covid-erkrankten Manfred Schmid ersetzt: "Wir werden sehr zufrieden nach Hause fahren. Die Mannschaft hat auf den Rückstand gut reagiert. Wir haben in der Halbzeit reagiert, das Pressing entschärft. Am Ende fahren wir mit ein bisschen Glück sogar als Sieger zurück. Es war ein offener Schlagabtausch. Die dicken Chancen haben wir. Manfred Schmid ist zufrieden. Wir sind ungeschlagen. So eine Moral – top." Wie oft er im Kontakt mit Schmid gestanden sei? "Permanent, wir waren mit ihm verbunden."