Austro-Dino war träger und schwerhöriger Einzelgänger

So stellen sich die Wissenschafter den "Struthiosaurus austriacus" vor.
So stellen sich die Wissenschafter den "Struthiosaurus austriacus" vor.Universität Wien/Fabrizio De Rossi
Der "Struthiosaurus austriacus" war bis zu acht Meter groß, behäbig, hatte ein schlechtes Gehör und war vermutlich ein Einzelgänger.

1859 entdeckten die Geologen Ferdinand Stolicka und Eduard Suess bei einem Kohlebergwerk in Muthmannsdorf (NÖ) Fossilien. In den darauf folgenden Jahren wurden weitere Grabungen durchgeführt und mehrere Überreste von Dinosauriern gefunden, darunter auch Reste von drei sogenannten "Struthiosaurus austriacus", die vor rund 80 Millionen Jahren lebten.

Vor Kurzem nahmen nun Cathrin Pfaff, Leiterin der Micro-CT Facility am Institut für Paläontologie der Universität Wien, und Marco Schade von der Universität Greifswald einen rund fünf Zentimeter großen Teil im hintersten Bereich des insgesamt 20 bis 30 Zentimeter großen Schädels mit hochauflösender Computertomographie (CT) genauer unter die Lupe. 

Dinos hatten extrem kurze Gehörschnecke

Die teils erstaunlichen Ergebnisse veröffentlichten die Forscher nun im Fachjournal "Scientific Reports". Demnach entdeckten die Wissenschaftler die bisher kürzeste jemals bei Dinosauriern festgestellte Gehörschnecke im Innenohr – ähnlich wie bei Schildkröten, die nur ein sehr enges Feld an Frequenzen haben und wahrnehmen können.

Pfaff und Schade gehen dadurch davon aus, dass der Austro-Saurier schlecht hörte und daher auch ein Einzelgänger war: "Tiere produzieren in der Regel Frequenzen, die sie in der innerartlichen Kommunikation selber auch wahrnehmen können. Wenn sie nun schlecht hören und daher schlecht kommunizieren konnten, steht zur Debatte, ob es sich nicht um Einzelgänger handelte", so Schade zur APA. Ebenfalls sehr klein war der Flocculus der Tiere, ein Teil des Kleinhirns, der bei der Fixierung der Augen bei Bewegungsabläufen des gesamten Körpers eine wichtige Rolle spielt.

"Der 'Struthiosaurus' verließ sich bei der Selbstverteidigung wohl auf die passive Wirkung seiner Panzerung" - Marco Schade, Uni Greifswald

Der "Struthiosaurus austriacus" war zudem ein extrem behäbiges und träges Tier: Der Pflanzenfresser wurde bis zu acht Meter groß und war mit massiven Knochenplatten gepanzert. Er zählte zudem zur Untergruppe der Nodosauriden, die über lange Stacheln im Hals- und Schulterbereich verfügen. "Anders als bei seinem nordamerikanischen Verwandten 'Euoplocephalus', der über eine Keule am Schwanz verfügte, verließ sich 'Struthiosaurus' bei der Selbstverteidigung wohl auf die passive Wirkung seiner Panzerung", meint Schade.

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