Vorarlberg

Austro-Modelagentur von russischen Hackern lahmgelegt

Weil sie ukrainischen Models helfen wollte, geriet eine Vorarlberger Modelagentur in das Fadenkreuz von russischen Cyber-Kriminellen.

Jochen Dobnik
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Der in Wien aufgewachsene Vorarlberger Modelmanager <strong>Dominik Wachta</strong>&nbsp;betreibt in Miami und Madrid die internationale Agentur "1 st Place Models".
Der in Wien aufgewachsene Vorarlberger Modelmanager Dominik Wachta betreibt in Miami und Madrid die internationale Agentur "1 st Place Models".
zVg

Durch den Ukraine-Krieg können zahlreiche ukrainische Models derzeit nicht in ihre Heimat zurück. Gerade noch sind sie bei diversen Fashionweeks im Einsatz gewesen, finden sie sich nun in den unterschiedlichsten Ländern gestrandet. Die Agenturen in ihrer Heimat haben die Arbeit aufgrund der Kriegswirren eingestellt oder existieren gar nicht mehr, niemand ist mehr zuständig oder erreichbar für die teilweise sehr jungen Mädchen, die sich nur als Flüchtlinge melden können. 

Deshalb hat der Vorarlberger Modelmanager Dominik Wachta, der in Miami und Madrid die internationale Agentur "1st Place Models" betreibt, vor kurzem eine Hilfsaktion gestartet – und geriet damit nun offenbar ins Fadenkreuz russischer Cyber-Krimineller.

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    Das 1st Place Model Magdalena "Leni" Föger (links) backstage bei der Mailänder Fashionweek u.a. mit Kolleginnen aus der Ukraine, die jetzt vor dem Nichts stehen.
    Das 1st Place Model Magdalena "Leni" Föger (links) backstage bei der Mailänder Fashionweek u.a. mit Kolleginnen aus der Ukraine, die jetzt vor dem Nichts stehen.
    zVg

    "Nach dem Start unserer Hilfsaktion für ukrainische Models die in den Mode-Metropolen in Kürze auf der Straße stehen würden, wurde unsere Homepage gehackt. Zwar habe ich noch keine Bestätigung, dass es russische Hacker waren, aber der Verdacht liegt wohl nahe, denn die zeitliche Überschneidung ist sehr auffallend und es deckt sich mit Informationen, die man über diesen Cyber-Krieg hat", so Wachta im "Heute"-Talk, der dennoch fest entschlossen ist, die Aktion fortzuführen.

    "Mädchen vor der Prostitution retten"

    Der 38-Jährige bietet unentgeltlich allen ukrainischen Models an, die aufgrund der Geschehnisse in ihrer Heimat vor dem Nichts stehen, seine weitreichenden Kontakte zu nutzen und damit ein Model-Movement einzufädeln, also ein mehrmonatiges Engagement in New York, Mailand, o.ä.. "Dadurch hätten die jungen Damen für einige Monate eine Unterkunft in einer Model-WG, bekommen ihre Spesen ersetzt, der Flug wird ihnen vorgestreckt, sie erhalten ein Taschengeld vor Ort um sich mit dem Notwendigsten zu versorgen und wenn sie erfolgreich sind können sie sogar damit dringend benötigtes Geld verdienen", so Wachta.

    Tag 20 im Ukraine-Krieg: Das NEWS-Video – Kiew schwer unter Beschuss + 2.300 Tote in Mariupol

    "Diese jungen Mädchen könnten theoretisch sogar in die Prostitution abrutschen! Es ist natürlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, das ist mir bewusst, aber wenn man wo helfen kann, gebietet einem das die Menschlichkeit", so der 38-Jährige. Auf die Situation aufgemacht hat ihn das burgenländische Topmodel Leni Föger, die zusammen mit einigen ukrainischen Models bei der Mailänder Fashionweek gelaufen ist. Sie erzählte ihrem Manager von der Panik und Hoffnungslosigkeit der ukrainischen Mädchen.

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      Leni Föger bei einem Shoot in Parndorf (Burgenland) für das Label Hotkultur
      Leni Föger bei einem Shoot in Parndorf (Burgenland) für das Label Hotkultur
      Maximilian Autengruber

      Erste Erfolge haben sich bereits in den ersten Tagen der Benefiz-Aktion eingestellt. "Zwei ukrainische Models wären am Mittwoch auf der Straße gestanden, doch eine Partner-Modelagentur von uns, nimmt die zwei Mädchen auf", freut sich der gebürtige Vorarlberger. Models, die Hilfe in der Fremde benötigen, können sich auf der Agentur-Homepage oder per Mail an [email protected] mit dem Betreff "Ukraine" melden.

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        66 Tonnen an Spenden wurden in die Ukraine gebracht.&nbsp;
        66 Tonnen an Spenden wurden in die Ukraine gebracht.
        Volkshilfe