Am Sonntagnachmittag kam es am Turracher See zu einem Großeinsatz. Wie bereits berichtet, war dort ein Autofahrer, der von Ebene Reichenau kommend in Richtung Predlitz fuhr, von der Fahrbahn abgekommen und ins Wasser gestürzt.
Grund für den tragischen Unfall dürfte laut der Polizei ein medizinischer Notfall gewesen sein. Demnach habe der Lenker – ein 64-jähriger Kärntner – "höchstwahrscheinlich einen epileptischen Anfall" erlitten. In weiterer Folge habe er seinen Wagen unkontrolliert beschleunigt und auch ein abgestelltes Fahrzeug gerammt. Auch mehrere Fußgänger auf den Gehsteigen wurden gefährdet und nur knapp verfehlt.
Schlussendlich stürzte der Pkw in den See, überschlug sich im Wasser und versank nach rund 100 Metern. Ersthelfer reagierten sofort, setzten den Notruf ab und sprangen ins Wasser, um den Lenker zu retten. Wenig später trafen Feuerwehr, Rettung, Polizei, Wasserrettung und Taucher ein. Auch Hubschrauber und Boote waren im Einsatz.
Feuerwehrtauchern gelang es, das Fahrzeug und den 64-Jährigen zu bergen. Der Notarzt des Rettungshubschraubers RK1 und weitere Einsatzkräfte begannen sofort mit Wiederbelebungsversuchen – leider ohne Erfolg. Der Lenker verstarb am Einsatzort.
Besonders dramatisch dürfte der Einsatz für die Feuerwehrleute gewesen sein. Wie sich nun herausstellte, hatte es sich bei dem Verstorbenen nämlich um einen Kameraden von ihnen gehandelt, berichtet die "Kleine Zeitung".
Demnach soll der 64-Jährige bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kleinkirchheim tätig gewesen sein. Er habe "für die Feuerwehr gelebt, sich österreichweit bei verschiedenen Bewerben bewährt, das Funkleistungsabzeichen in Gold in der Steiermark gemacht und war auch im Strahlenschutz sehr aktiv", wird Abschnittskommandant Christian Göckler von der "Kleinen" zitiert. Des Weiteren betonte er, dass der Mann als "vorsichtiger, umsichtiger Autofahrer" galt.
Auch innerhalb der Gemeinde ist die Trauer groß. Der Kärntner hatte im Jänner 1980 eine Lehre als Verwaltungsassistent in Bad Kleinkirchheim begonnen und diese auch abgeschlossen. Bis Ende Juni 2016 sei er in den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen tätig gewesen.
Laut Bürgermeister Matthias Krenn habe der 64-Jährige in der Buchhaltung, Finanzverwaltung, Statistik, im Gästemeldeamt, bei der Müllabfuhr und im Sozialbereich gearbeitet. Der Ortschef lobte den Verstorbenen für dessen "Verlässlichkeit und Hilfsbereitschaft". Aufgrund seiner Erkrankung habe der Kärntner seine Berufslaufbahn frühzeitig beenden müssen.