"Nicht nachvollziehbar"

Babler verbannt Burgenland – bei SPÖ tobt neuer Streit

Doskozils Landesgruppe bekommt nur siebten Listenplatz. Beide Vertreterinnen des Burgenlands stimmten im Parteivorstand gegen die EU-Wahlliste. 

Newsdesk Heute
Babler verbannt Burgenland – bei SPÖ tobt neuer Streit
Das Burgenland fühlt sich bei Bablers EU-Liste übergangen.
Sabine Hertel

Bei der SPÖ ist der nächste handfeste Streit ausgebrochen: Wie berichtet, wollte die Landesgruppe um Hans Peter Doskozil Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos für Brüssel ins Rennen schicken. Sonntagabend sickerte durch, dass die Bundes-SPÖ für ihn den wenig aussichtsreichen siebten Listenplatz zur Verfügung stellen wolle, obwohl dem Burgenland laut SPÖ-Berechnungsschlüssel eigentlich der fünfte Platz zustehen würde. 

Burgenland auf Platz 7 statt 5

Hintergrund: Wegen einer "zentralen Notwendigkeit" hievte man die beiden Wiener Andreas Schieder und Evelyn Regner entgegen des eigentlichen Schlüssels an die Spitze der Wahlliste. Durch den Reißverschluss, der weibliche Kandidatinnen automatisch vorreiht, rückt zudem Kärnten auf Rang 6 vor, obwohl das Burgenland selbst gerne eine Frau aufgeboten hätte.

Die beschlossene EU-Wahlliste

  • 1. Andreas Schieder (Wien)
  • 2. Evelyn Regner (Wien)
  • 3. Günther Sidl (NÖ)
  • 4. Elisabeth Grossmann (Stmk.)
  • 5. Hannes Heide (OÖ)
  • 6. Claudia Arpa (Ktn.)

Die Plätze 7 bis 42 würden laut SPÖ "im Umlaufbeschluss beschlossen, weil noch nicht alle Plätze von den Ländern gemeldet wurden". Die beiden Vertreterinnen aus dem Burgenland stimmten gemäß "Heute"-Infos im Parteivorstand gegen diese Liste.

Kurios ist dieser Beschluss insbesondere deswegen, weil die Bundes-SPÖ nun Kärnten fix vor das Burgenland gereiht hat, obwohl Letzterem der 6. Platz zustehen würde. Darabos erklärte, auf Platz 7 nicht antreten zu wollen, das Burgenland hätte also noch die Möglichkeit, auch eine Frau ins Rennen zu schicken. Diese würde dann entgegen jeder Logik gegenüber Kärnten den Kürzeren ziehen.

Dosko-Vize: "Nicht nachvollziehbar"

Doskozils Stellvertreterin – der Landeschef befindet sich derzeit auf einem Auslandsaufenthalt in den USA – zeigte sich nach den Gremien-Sitzungen verärgert. "Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass zulasten des Burgenlandes von den objektiven und innerhalb der SPÖ beschlossenen Kriterien zur Erstellung der EU-Liste abgewichen wurde", sagte Astrid Eisenkopf.

"Zugestanden wäre uns laut Berechnungsmodell der fünfte Platz. Unter Berücksichtigung der zentralen Notwendigkeit zugunsten von Wien – es kandidieren nun sowohl auf Platz 1 als auch auf Platz 2 Personen aus Wien – hätten wir auch auf dem sechsten Platz mit einer Frau aus dem Burgenland kandidiert. Entgegen anderslautenden Behauptungen hat das Burgenland offiziell noch keine Kandidatin oder Kandidaten eingemeldet."

Wir werden am Mittwoch festlegen, wie wir mit dieser Entscheidung umgehen.
Astrid Eisenkopf
Vize-Chefin, Burgenland
Doskozil mit Vize-Landeschefin Astrid Eisenkopf
Doskozil mit Vize-Landeschefin Astrid Eisenkopf
Sabine Hertel

In informellen Gesprächen mit der Bundespartei habe man "immer festgehalten, dass Norbert Darabos nur auf dem fünften Platz kandidiert, um auch die Kandidatur einer Frau auf dem sechsten Platz zu ermöglichen und so dem Reißverschluss zu entsprechen". Astrid Eisenkopf donnert: "Jetzt wird uns ohne nachvollziehbare Gründe nur Platz sieben zugestanden. Wir werden am Mittwoch in einer Sitzung des Landesparteivorstandes festlegen, wie wir mit dieser Entscheidung umgehen", so die Landeshauptmann-Stellvertreterin.

    Bablers Rede fiel sehr enthusiastisch aus.
    Bablers Rede fiel sehr enthusiastisch aus.
    Sabine Hertel
    red
    Akt.