Baby geschüttelt – zweieinhalb Monate altes Mädchen tot

Kinder-OP-Zentrum mit angeschlossener Intensivstation eines Wiener Spitals.
Kinder-OP-Zentrum mit angeschlossener Intensivstation eines Wiener Spitals.HANS PUNZ / APA / picturedesk.com
Ein Wiener soll sein erst zweieinhalb Monate altes Baby so heftig geschüttelt haben, dass der Säugling nun den tagelangen Kampf um sein Leben verlor.

Der Vorfall erschüttert ganz Österreich: Wie ein Sprecher des Wiener Gesundheitsverbundes bestätigte, ist am Samstagabend ein zweieinhalb Monate altes Mädchen in einem Wiener Spital verstorben. Es handelt sich um jenes Baby, das in Wien von seinem 31-jährigen Vater aus Liesing bereits am 4. Juni schwer misshandelt worden sein soll. Er soll seine erst zehn Wochen alte Tochter so heftig geschüttelt haben, dass diese mit "massivsten Verletzungen" per Notarzt-Heli in ein Spital geflogen werden musste.

Die Mutter (22) soll bei der brutalen Misshandlung zugesehen, aber nicht eingegriffen haben – "Heute" berichtete. Die Eltern wurden am 9. Juni durch Einheiten des Landeskriminalamts Wien und des Einsatzkommandos Wega festgenommen. Sowohl Vater und Mutter hatten zuvor alles abgestritten, doch in Polizeigewahrsam knickten sie schließlich ein und rückten mit der Wahrheit heraus, hieß es von der Polizei damals. Das Paar soll der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) amtsbekannt sein.

Tagelanger Überlebenskampf

"Wir haben die Familie gekannt und betreut", bestätigte eine Sprecherin gegenüber der APA. Der Fall werde nun auch intern überprüft, weitere Kinder soll es in dem Haushalt keine geben. Die Sprecherin richtete außerdem einen Aufruf an alle Eltern, sich bei Überforderung und Fragen an die Familienzentren zu wenden. Dort könne man ihnen mit Rat und Unterstützung zur Seite stehen.

Das Baby befand sich tagelang in akuter Lebensgefahr, Ärzte kämpften verzweifelt auf einer Kinderintensivstation um das Leben des Mädchens – letztlich leider vergebens. Laut Polizei dürfte der Vater versucht haben, das schreiende Baby durch Schütteln "ruhig zu stellen", die Mutter dabei tatenlos zugesehen haben. Beide Elternteile befinden sich in Untersuchungshaft. 

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