Baby vor Türe abgelegt: Eltern droht 5 Jahre Haft

In diesem Haus wurde das Baby vor einer Wohnungstür abgelegt.
In diesem Haus wurde das Baby vor einer Wohnungstür abgelegt.fotokerschi.at
Am Montag müssen sich die Eltern des Ende Dezember 2019 vor einer Tür in Alt-Lichtenberg abgelegten Jonathan vor Gericht verantworten. 

Das Schicksal des kleinen Jonathan (bevor er zu Pflegeeltern kam, wurde der Bub von den Säuglingsschwestern im Kepler Uniklinikum damals so getauft) bewegte ganz Österreich.

Das Ehepaar Martina und Johann D. fand den erst eine Stunde alten Säugling Ende Dezember 2019, kurz nach Weihnachten, auf ihrer Türmatte ihrer Wohnung in einem Mehrparteienhaus in Alt-Lichtenberg (Urfahr-Umgebung). Er lag auf einem Kopfkissen, eingewickelt in ein Handtuch und eine Jogginghose. Wir berichteten

Ermittlungen in der Nachbarschaft führten die Kripo auf eine 26-jährige Frau, die bereits wegen Drogenkonsums amtsbekannt ist. Der Verdacht, die Mutter des Säuglings gefunden zu haben erhärtete sich, als im Körper von Jonathan Rückstände von Drogen gefundenwurden. Ein DNA-Abgleich brachte schließlich Gewissheit. Und auch der Vater des Buben (stammt ebenfalls aus dem Drogenmilieu) konnte in weiterer Folge ausgeforscht werden.

Nun müssen sich die beiden am Montag am Landesgericht Linz wegen des Verbrechens der Aussetzung nach § 82 StGB verantworten. Ihnen droht eine Freiheitstrafe von bis zu fünf Jahren.

§ 82 StGB Aussetzung:

"Die Mutter ist geständig. Der Vater nicht", so Staatsanwältin Ulrike Breiteneder gegenüber "Heute". Die Angeklagte soll sich schützend vor ihn stellen, beteuert, er habe nichts von der Geburt gewusst. Der 29-jährige Vater selbst gibt an, nichts damit zu tun zu haben. 

Die Staatsanwaltschaft geht allerdings davon aus, dass der 29-Jährige bei der Geburt dabei gewesen war. "Aussagen der Zeugen zufolge und auch von der zeitlichen Rekonstruktion her, sprechen dafür, dass er an der Aussetzung mitbeteiligt war", so Breiteneder.  

Der Kindsvater steht am Montag außerdem wegen Erpressung, Diebstahl, und Verstößen gegen das Suchtmittel- und Waffengesetz vor Gericht. 

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