In der japanischen Stadt Utsunomiya, Präfektur Tochigi, wurde am Dienstag ein Schwarzbär betäubt und eingefangen. Das Tier hatte sich am Nachmittag in den Garten eines privaten Wohnhauses geflüchtet.
Polizei und Mitglieder der lokalen Jagdvereinigung umstellten das Grundstück, bevor der Bär gegen 15:40 Uhr schließlich betäubt werden konnte. Zuvor war das rund 100 Kilogramm schwere Tier mehrmals in der Stadt gesichtet worden.
Alle 94 städtischen Volks- und Mittelschulen blieben bereits am zweiten Tag hintereinander geschlossen. Auch in der Nähe eines Universitätscampus wurde der Bär am Morgen gesichtet.
Es handelt sich um die erste dokumentierte Bärensichtung in Utsunomiya, das etwa 100 Kilometer nördlich von Tokio liegt. Laut Umweltministerium gab es im Vorjahr landesweit 238 Bärenopfer, davon 13 Todesfälle – ein Rekordwert.
Obwohl asiatische Schwarzbären als gefährdete Art gelten, hat sich ihre Zahl in Japan seit 2012 verdreifacht. Experten führen das unter anderem auf weniger Jagd, Klimawandel und verlassene Felder zurück, die Bären auf Nahrungssuche in Stadtgebiete locken.