Indonesiens Präsident Prabowo Subianto hat den Leiter der Behörde entlassen, die für das kostenlose Schulmahlzeiten-Programm zuständig ist. Das milliardenschwere Projekt war eines der wichtigsten Versprechen seiner Präsidentschaftswahlkampagne im Jahr 2024 und sollte rund 80 Millionen Schulkindern im Land zugutekommen.
Seit dem Start des Programms im Jänner des Vorjahres sind jedoch Zehntausende Kinder landesweit an den angebotenen Speisen erkrankt. Dazu kamen Korruptionsvorwürfe und Unregelmäßigkeiten in den Budgets der verschiedenen Küchen, was zu Forderungen nach einer Aussetzung des Projekts geführt hat.
Das Gratis-Mahlzeiten-Programm wurde zuletzt bereits gekürzt – statt an sechs Tagen pro Woche werden die Mahlzeiten nun fünf Tage lang ausgegeben. Damit reagierten die Behörden auf wirtschaftliche Herausforderungen, wie die Auswirkungen internationaler Krisen und die schwächelnde Landeswährung.
Einige Stimmen fordern eine komplette Überarbeitung des Konzepts. So schrieb ein Nutzer auf X: "Was [das Programm] jetzt braucht, ist nicht nur ein Austausch von Personen, sondern eine völlige Überarbeitung des Konzepts und des Systems. Ohne das bleibt es eine Problemquelle."
Laut der lokalen Organisation Network for Education Watch gab es bis April bereits mindestens 33.000 Fälle von Lebensmittelvergiftungen im Zusammenhang mit dem Programm. Dadan Hindayana stand zudem wegen umstrittener Aussagen in der Kritik, etwa als er empfahl, täglich zwei Liter Milch zu trinken oder Insekten und Sagowürmer in den Schulmahlzeiten einzusetzen.
Präsident Prabowo räumte ein, dass das Programm "mit vielen Problemen" zu kämpfen habe. Er versprach, alle zur Rechenschaft zu ziehen, die "gegen die Regeln verstoßen oder ihre Befugnisse missbrauchen". Dennoch betonte er die Bedeutung des Projekts: "Kostenlose, nahrhafte Mahlzeiten sind so wichtig für unsere Nation."
Viele Menschen im Land unterstützen das Programm weiterhin. "Überall, wo ich hingehe, treffe ich Leute, die sagen: Bitte hören Sie nicht mit den kostenlosen Mahlzeiten auf, das hilft meinen Enkeln sehr", so Prabowo.