Die Sonne wird wärmer, die Tage länger – und plötzlich steht er wieder überall: Rhabarber. Zwischen knackigem Gemüse und süßen Erdbeeren wirkt er fast unscheinbar – und doch ist er einer der ersten echten Stars der Saison. Kaum ein anderes Lebensmittel steht so sehr für den Frühling wie die säuerlichen Stangen, die Jahr für Jahr zurück in unsere Küchen finden.
Obst oder Gemüse? Rhabarber sorgt immer wieder für Verwirrung. Botanisch gehört er klar zum Gemüse – genauer gesagt zum Blattstielgemüse. In der Küche wird er jedoch fast immer wie Obst behandelt. Kuchen, Kompott oder Marmelade: Sein süß-säuerlicher Geschmack macht ihn zum perfekten Kandidaten für Desserts.
Wer Rhabarber roh probiert, erlebt eine kleine Überraschung: Die enthaltene Apfel- und Oxalsäure sorgen für den intensiven, sauren Geschmack. In kleinen Mengen ist er zwar essbar, doch meist wird er gekocht. Erst durch Hitze und etwas Zucker entsteht das fruchtige Aroma.
So harmlos die Stangen wirken – die Blätter haben es in sich: Sie enthalten deutlich höhere Mengen an Oxalsäure und sind giftig. In der Küche haben sie also nichts verloren. Im Garten hingegen können sie als natürlicher Dünger auf dem Kompost dienen.
Auch beim Geschmack gibt es Unterschiede: Grüne Stangen sind meist deutlich saurer, während rote Sorten milder und aromatischer sind. Wer es ausgewogen mag, kombiniert Rhabarber gerne mit süßen Früchten.
Ob geschält werden muss, hängt vom Alter der Stangen ab: Junge Stängel sind zart und müssen oft nur gewaschen werden. Ältere Stangen sollten geschält werden, da ihre Fasern sonst zäh bleiben können.
Für die Lagerung gilt: ab in den Kühlschrank, am besten in ein feuchtes Tuch gewickelt. Wichtig ist, die Blätter vorher zu entfernen, da sie dem Stängel Feuchtigkeit entziehen: Wer länger etwas davon haben möchte, kann Rhabarber problemlos einfrieren.
Rhabarber besteht zu rund 90 Prozent aus Wasser, ist kalorienarm und liefert wichtige Nährstoffe wie Vitamin C, Kalium und Kalzium. Gleichzeitig kann er die Verdauung unterstützen – allerdings gilt auch hier: in Maßen genießen.