Die Hitze wird auch im Sport zum echten Problem - daher zieht die ATP (Association of Tennis Professionals) die Notbremse. Ab dieser Saison gilt auf der Herren-Tour eine neue Hitze-Regel, die Spieler bei extremen Bedingungen besser schützen soll, wie Manuel Wachta vom ÖTV gegenüber "Heute" bestätigte.
Konkret geht es um Matches über zwei Gewinnsätze: Steigt die sogenannte Wet-Bulb-Globe-Temperature (WBGT) in den ersten beiden Sätzen auf mindestens 30,1 Grad, darf jeder Spieler eine zehnminütige Pause beantragen. Klettert der Wert sogar über 32,2 Grad, wird das Match unterbrochen.
Die neue Regel orientiert sich an einem Modell, das im Damen-Tennis schon seit den 1990er-Jahren angewendet wird. Die ATP will damit auf die zunehmenden Belastungen durch Hitze und Luftfeuchtigkeit reagieren.
Auslöser waren unter anderem Szenen beim Shanghai Masters 2025: Jannik Sinner musste damals wegen Krämpfen aufgeben, Novak Djokovic kämpfte mit Übelkeit und kritisierte die Bedingungen scharf. "Es ist brutal", sagte der Serbe damals über die hohe Luftfeuchtigkeit.
Dass solche Situationen häufiger werden, zeigen auch Daten: Die Temperaturen bei den großen Turnieren sind in jüngster Zeit um rund drei Grad gestiegen. Bei den US-Open und in Wimbledon kam es zuletzt zu Rekordwerten.
Während der neuen Extremhitze-Pausen dürfen sich die Spieler abkühlen, duschen, trinken oder umziehen. Medizinisches Personal überwacht die Unterbrechung, auch Coaching ist erlaubt. Und: Die Regel soll nicht nur Spieler schützen, sondern auch Zuschauer, Ballkinder und Personal.
Fakt ist: Der Tennissport passt sich an - denn die größte Herausforderung steht längst nicht mehr nur auf der anderen Seite des Netzes.