Beim derzeitigen Frühlingswetter zieht es wieder viele Menschen in die Berge. Doch was harmlos und sogar hübsch aussieht, kann schnell gefährlich werden. Vor allem Altschneefelder halten sich oberhalb der Baumgrenze und in schattigen Hängen oft bis weit in den Frühsommer.
Aktuelle Vorfälle zeigen: Ein falscher Schritt reicht, und aus einer Wanderung über ein altes Schneefeld wird ein Absturz. Die Naturfreunde warnen daher eindringlich davor, die Gefahr zu unterschätzen. Wer unterwegs ist, sollte Touren genau planen und die Bedingungen realistisch einschätzen.
Besonders heimtückisch sind die Morgenstunden. Dann sind Schneefelder noch hart gefroren und extrem rutschig. Wer hier stürzt, kann in steilem Gelände kaum mehr bremsen. Erst später, wenn der Schnee leicht aufweicht, wird das Queren etwas sicherer - ungefährlich ist es aber nie.
"Wenn ein Schneefeld zu steil oder eisig ist, sollte man nicht weitergehen. Im Zweifel ist Umkehren immer die richtige Entscheidung", sagt Bergsport-Experte Martin Edlinger.
Auch die richtige Ausrüstung ist entscheidend. Feste Bergschuhe mit gutem Profil sind Pflicht. Für mehr Halt sorgen Grödel ("Schneeketten" für Schuhe), die sich leicht überziehen lassen. In steilem Gelände reichen sie aber nicht mehr aus: Hier braucht es Steigeisen - und das nötige Know-how im Umgang damit. Stöcke oder ein Pickel können zusätzlich helfen.
Kommt es dennoch zu einem Sturz und Abrutschen, zählt jede Sekunde. "Man muss sich sofort in Bauchlage drehen, Kopf bergauf, und versuchen, mit Händen und Füßen abzubremsen", erklärt Edlinger. Die Naturfreunde appellieren klar: Risiko nicht unterschätzen und im Zweifel lieber umkehren. Eine sichere Alternative ist immer besser als ein gefährlicher Gipfel.