Gefahr von Hochwasser steigt

Wir betonieren uns zu! Täglich 11 Fußballfelder verbaut

Österreich verbrauchte 2025 täglich 7,7 Hektar wertvollen Boden - deutlich mehr als von der Politik "erlaubt", warnt die Umweltschutzorganisation WWF.
Bernd Watzka
28.04.2026, 10:53
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Österreich betoniert sich weiter kräftig zu: Der tägliche Bodenverbrauch ist im Jahr 2025 auf 7,7 Hektar gestiegen. Das ist ein Plus von einem Hektar gegenüber 2024, wie neue Berechnungen des WWF zeigen. Zum Vergleich: Die täglich verloren gehende Fläche entspricht der Größe von elf Fußballfeldern.

Politisches Ziel verfehlt

In Summe sind im Vorjahr 28 Quadratkilometer Fläche verbraucht worden, etwa 60 Prozent davon wurden komplett versiegelt. Damit liegt Österreich klar über dem politischen Ziel von 2,5 Hektar Versiegelung pro Tag. Dieses Limit wurde rechnerisch bereits am 29. April überschritten.

"Österreich entfernt sich damit weiter von seinem Nachhaltigkeitsziel, das Boden-Budget ist früh im Jahr erschöpft", sagt WWF-Bodenschutzsprecher Simon Pories. Er fordert Reformen in Raumordnung, Steuern und Naturschutz.

Siedlungen als "Großverbraucher"

Besonders stark treiben Siedlungsflächen den Verbrauch an - sie machen täglich 4,3 Hektar aus. Dahinter folgen Betriebsflächen mit 2,6 Hektar und Verkehrsflächen mit 0,9 Hektar, größtenteils Straßen.

Kritik gibt es vor allem an der Baupraxis: "Viel zu oft werden neue Gebäude auf der grünen Wiese errichtet", so Pories. Die Folge sei eine zunehmende Zersiedelung mit Straßen, Gewerbegebieten und Logistikzentren.

Gefahr von Hochwasser steigt

Die Auswirkungen von Bodenversiegelungen sind massiv: Versiegelte Böden können weniger Wasser aufnehmen, das Risiko für Überschwemmungen steigt. Gleichzeitig füllen sich Grundwasservorräte langsamer und Städte heizen sich im Sommer stärker auf. Fakt ist: Der Kampf um jeden Quadratmeter Boden wird damit immer dringender.

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