Die Zeichen verdichten sich rasant: Laut Weltorganisation für Meteorologie (WMO) könnte das bevorstehende "El Niño"-Ereignis deutlich früher beginnen als bisher gedacht. Statt erst im Spätsommer rechnen Experten schon zwischen Mai und Juli mit dem Start des Wetter-Wahnsinns.
Grund für die "Vorlegung" sind stark steigende Meeresoberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik. Diese Entwicklung gilt als klares Signal für die Rückkehr des Klimaphänomens. Die Prognosen sprechen insgesamt eine deutliche Sprache: Mit rund 90 Prozent Wahrscheinlichkeit tritt "El Niño" heuer ein.
"Die Klimamodelle sind sich mittlerweile weitgehend einig", erklärt WMO-Experte Wilfran Moufouma Okia. Nach "neutralen" Bedingungen zu Jahresbeginn kündige sich nun der Beginn und eine anschließende, monatelange Verstärkung des globalen Klima-Ereignisses an.
Allerdings gibt es einen Haken: Die sogenannte Frühjahrsvorhersage-Barriere erschwert genaue Prognosen in dieser Jahreszeit. Erst ab Mai werden die Modelle verlässlicher, so die WMO.
"El Niño" ist Teil eines natürlichen Klimazyklus im Pazifik und tritt alle zwei bis sieben Jahre auf. Die Folgen sind weltweit spürbar: Während es in Teilen Südamerikas, Afrikas und Zentralasiens vermehrt regnet, drohen in Australien und Südostasien Dürreperioden.
Auch Hurrikane können durch "El Niño" beeinflusst werden. Im Pazifik werden sie oft stärker, im Atlantik hingegen seltener.
Klar ist: "El Niño" treibt die globalen Temperaturen zusätzlich nach oben. Schon 2024 war ein Rekordjahr - auch wegen des letzten starken Ereignisses. Der Klimawandel verstärkt diese Effekte zusätzlich, auch wenn er "El Niño" nicht direkt häufiger macht.
Wie heftig es dieses Mal wird, ist noch offen. Sicher ist nur: Die Welt muss sich erneut auf Wetterextreme einstellen.