Europa erwärmt sich schneller als jeder andere Kontinent. Das zeigt der aktuelle Bericht "European State of the Climate 2025" des EU-Klimadiensts Copernicus. Die Zahlen sind alarmierend: Mindestens 95 Prozent Europas verzeichneten im Vorjahr überdurchschnittliche Temperaturen.
Selbst in der Arktis wurden Hitzewellen gemessen: In Skandinavien kletterten die Werte nahe dem Polarkreis über 30 Grad - und das über drei Wochen hinweg.
Gleichzeitig schrumpfen Schnee und Eis dramatisch. Die Schneedecke Europas lag 2025 um 31 Prozent unter dem Durchschnitt. Auch die Gletscher verlieren massiv an Masse, besonders stark betroffen ist Island. Der grönländische Eisschild verlor rund 139 Milliarden Tonnen Eis - mit Folgen für den Meeresspiegel weltweit.
"Europa ist der sich am schnellsten erwärmende Kontinent, die Auswirkungen sind gravierend. Fast die gesamte Region verzeichnete überdurchschnittliche Jahrestemperaturen", warnt Florian Pappenberger, Chef des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF).
Auch die Meere Europas heizen sich weiter auf. Die Oberflächentemperaturen erreichten neue Rekordwerte, 86 Prozent der europäischen Gewässer waren von Hitzewellen betroffen. Das belastet Ökosysteme und wirkt sich auch auf das Klima am Festland aus.
Die 2025er-Hitzewellen waren zudem intensiver: 36 Prozent der Meeresregionen meldeten "schwere" oder "extreme" Bedingungen - der höchste Anteil seit Beginn der Aufzeichnungen.
Die Folgen der rasanten Klima-Erwärmung sind auch in Europa längst spürbar: Dürren, niedrige Flusspegel und neue Rekorde bei Waldbränden: Mehr als eine Million Hektar sind 2025 abgebrannt - mehr als je zuvor. Gleichzeitig litten viele Regionen unter Wassermangel, rund 70 Prozent der europäischen Flüsse führten weniger Wasser als üblich.
Experten warnen, dass sich diese Entwicklung weiter zuspitzen wird. Der Klimawandel sei längst keine Zukunftsfrage mehr, sondern Realität. Besonders betroffen sind sensible Regionen wie die Alpen oder die Arktis, wo sich die Erwärmung besonders schnell zeigt.
Trotz der dramatischen Lage gibt es auch einen kleinen Lichtblick: Erneuerbare Energien deckten zuletzt fast die Hälfte des Strombedarfs in Europa. Vor allem Solarenergie legte deutlich zu.