Wird der Sommer heuer, wie du ihn dir wünschst? Die Antwort darauf liefert eine ungewöhnliche Prognose - und die sieht aus wie ein Kunstwerk: Der deutsche Klimadienst Donnerwetter.de ließ eine KI zahlreiche Wetterdaten analysieren - und im Stil von Vincent van Gogh visualisieren. Das Ergebnis: ein farbstarkes Gemälde mit klarer Botschaft.
"Alles, was an Prognosematerial von diversen Diensten verfügbar ist, haben wir in einen KI-Mixer gegeben und dann im Malstil auswerten lassen, wie der Sommer werden könnte", sagte Klimatologe Karsten Brandt zur Bild-Zeitung. "Rot heißt zwei Grad zu warm, gelb ein Grad zu warm."
Vor allem Österreich sticht aus dem "Prognose-Gemälde" heraus. Die Alpen und der Osten des Landes leuchten tiefrot - ein Zeichen für deutlich überdurchschnittliche Temperaturen. Konkret könnte es im Schnitt rund zwei Grad wärmer werden als üblich. Damit steigt die Gefahr für Hitzewellen.
Ganz anders der Norden Europas: Die britischen Inseln bleiben grün, große Teile von Deutschland, Frankreich und Polen zeigen Gelbtöne - also nur leicht überdurchschnittliche Werte.
Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. "Das ist etwas ungenau", gesteht Brandt. Die Modelle sehen nur eine Wahrscheinlichkeit von etwa 60 bis 70 Prozent für einen warmen Sommer. Und: Warm heißt nicht automatisch schön. Im Gegenteil.
Experten warnen vor einem unbeständigen Mix in Mitteleuropa. "Ein paar richtig heiße Tage, dann wieder Gewitter, danach wird’s angenehmer - und dann beginnt alles von vorn", erklärt Meteorologe Dominik Jung. Vor allem durch den aktiven Jetstream könnten ständig neue Luftmassen nach Mitteleuropa gelangen.
Das sorgt für Bewegung in der Atmosphäre - und erhöht das Risiko für kräftige Gewitter und lokale Überschwemmungen. Auch der Atlantik funkt immer wieder dazwischen und verhindert stabile Hochdrucklagen.
Fix scheint dagegen die Lage im Süden: Im Mittelmeerraum drohen extreme Temperaturen. "Hier wird es auf jeden Fall zu heiß", so Brandt. Mehrere Phasen mit über 40 Grad seien möglich, das Meer könnte sich stark aufheizen.
Auswirkungen der Klima-Erwärmung in Österreich
Seit 1880 ist die Durchschnittstemperatur in Österreich um etwa 2 Grad gestiegen - mehr als doppelt so viel wie im weltweiten Schnitt. Besonders in Städten wie Wien spürst du das durch immer häufigere Tropennächte und Hitzewellen.