Der Jänner gilt in der bäuerlichen Wetterkunde seit jeher als richtungsweisender Monat. Alte Bauernregeln schreiben ihm eine besondere Bedeutung zu, wenn es darum geht, einen Ausblick auf das kommende Jahr zu wagen. Auch mit Blick auf 2026 greifen viele Landwirte und Wetterinteressierte wieder auf diese überlieferten Erfahrungswerte zurück – weniger als exakte Prognose, sondern als Spiegel jahrhundertealter Naturbeobachtung.
Eine der bekanntesten Bauernregeln besagt, dass ein kalter Jänner mit viel Schnee ein gutes Jahr verheiße - zumindest für die Ernte: "Klirrt im Januar Eis und Schnee, gibt es zur Ernte viel Korn und Klee".
„Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer gerne heiß.“
Dahinter steckt die Vorstellung, dass Frost den Boden "reinigt", Schädlinge reduziert und den Pflanzen im Frühjahr bessere Startbedingungen verschafft. Sollte sich der Jänner 2026 also winterlich mit klaren Nächten und anhaltender Kälte zeigen, würde das nach traditioneller Lesart auf ein stabiles, eher ausgeglichenes Wetterjahr hindeuten. Ein solcher Winter galt früher als Voraussetzung für gute Ernten und einen gleichmäßigen Wechsel der Jahreszeiten. Laut einer weiteren Bauernregel verspricht Schnee und Kälte, wie in diesem Januar 2026, zudem einen Sommer mit hohen Temperaturen: "Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer gerne heiß".
Anders fällt die Deutung aus, wenn der Jänner ungewöhnlich mild und nass verläuft. Bauernregeln warnen in diesem Fall vor einem unbeständigen Jahr mit häufigen Wetterumschwüngen. Regen statt Schnee im Hochwinter wurde schon früher als Zeichen dafür gesehen, dass die natürliche Ordnung aus dem Gleichgewicht geraten ist. Für 2026 würde ein solcher Jänner nach traditionellem Verständnis auf ein wechselhaftes Frühjahr und einen Sommer mit regionalen Extremen hinweisen.
Meteorologen betonen allerdings, dass Bauernregeln keine wissenschaftlichen Wettervorhersagen ersetzen können, schon gar nicht in Zeiten des Klimawandels. Dennoch haben sie kulturellen Wert und zeigen, wie eng Landwirtschaft und Wetterbeobachtung früher miteinander verbunden waren. Für viele Menschen sind sie auch heute noch ein Anlass, bewusster auf Natur und Jahreszeiten zu achten.