Neue Hoffnung für Ozeane

Korallenriffe aus dem 3D-Drucker sollen Meere retten

Ein Start-up aus Zürich (Schweiz) setzt auf 3D-gedruckte Tonmodule, um zerstörte Korallenriffe weltweit wieder aufzubauen.
Bernd Watzka
13.04.2026, 14:43
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Am Meeresboden wirken die Klötze wie eine Baustelle aus der Kindheit: Taucher stapeln braune Bauklötze, verbinden sie wie Lego. Doch hinter dem Projekt steckt ein ernster Plan. Das Schweizer Start-up Rrreefs will damit zerstörte Korallenriffe retten.

Ersatz für zerstörte Riffe

Die acht Kilo schweren Tonmodule werden mit 3D-Drucker hergestellt und in bis zu zehn Metern Tiefe im Meer platziert. Sie sollen jene Strukturen ersetzen, die durch Klimawandel, Verschmutzung und Überfischung verloren gegangen sind. Auf den künstlichen Riffen sollen sich neue Korallen ansiedeln.

90 Prozent der Riffe bedroht

Die Lage ist dramatisch: Schon jetzt sind weltweit große Teile der Riffe verschwunden. Zwischen 2009 und 2018 gingen rund 14 Prozent verloren. Prognosen zeigen: Steigt die Erderwärmung auf 1,5 Grad, könnten bis zu 90 Prozent der Riffe sterben. Bei zwei Grad wären es fast alle.

Für viele Regionen hätte das massive Folgen. Korallenriffe sichern die Nahrungsversorgung, schützen Küsten vor Sturmfluten und sind ein wichtiger Faktor für den Tourismus.

Unterwasserwelt wie aus Lego.
Rrreeffs

Vier Frauen kämpfen um Ökosysteme

Rrreefs will gegensteuern. Gegründet wurde das ehrgeizige Projekt 2020 von vier Taucherinnen, darunter zwei Meeresbiologinnen. Mittlerweile arbeitet ein ganzes Team daran, weltweit neue Riffe aufzubauen. Erste Projekte gibt es etwa auf den Philippinen, in Ecuador und in der Karibik.

Noch ist der Aufwand groß: Die Module werden von Tauchern einzeln gesetzt, ein Projekt umfasst aktuell nur wenige hundert Quadratmeter. Auch die Kosten sind hoch: 65.000 Euro für 60 Quadratmeter.

Sind "Lego-Riffe" vollwertiger Ersatz?

Experten sehen den Ansatz grundsätzlich positiv, warnen aber vor falschen Erwartungen: Künstliche Riffe erreichen meist nicht die Vielfalt natürlicher Systeme. Oft sei es sinnvoller, die Ursachen der Zerstörung zu bekämpfen, etwa durch Schutzgebiete oder strengere Regeln für die Fischerei.

Bessere Lebensbedingungen

Die Idee selbst ist übrigens nicht neu. Schon früher wurden Beton oder sogar alte Reifen versenkt, um Korallen eine Basis zu bieten. Der Unterschied heute: Die Module sind gezielt entwickelt und sollen langfristig bessere Lebensbedingungen schaffen.

Finanziert wird das Projekt derzeit durch Investoren, Unternehmen und Spenden. In Zukunft könnten auch Staaten eine Rolle spielen. Denn klar ist: Um Riffe in großem Stil zu retten, braucht es deutlich mehr Geld.

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