Weniger Gas geben zahlt sich aus - und zwar ordentlich. Laut aktuellen Berechnungen des Umweltbundesamts und der Mobilitätsorganisation VCÖ könnten strengere Tempolimits auf Österreichs Straßen massive Einsparungen bringen.
Konkret würde ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Freilandstraßen den CO2-Ausstoß um rund 675.000 Tonnen pro Jahr senken.
Reformierte Tempolimits hätten auch direkte Auswirkungen aufs Börsel: Der Spritverbrauch würde um rund 270 Millionen Liter sinken. Bei den aktuellen Preisen entspricht das einer Ersparnis von mehr als 500 Millionen Euro jährlich.
"Wenn das Angebot an Erdöl knapper wird und deshalb der Preis steigt, ist es Aufgabe der Politik, Maßnahmen zu setzen, damit der Verbrauch sinkt", sagt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Niedrigere Tempolimits seien eine einfache und schnell umsetzbare Lösung, die in vielen EU-Ländern längst Standard sei, heißt es.
Zu weniger Sprit-Einsparungen kommen allerdings aktuelle Berechnungen des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC:
Doch es geht nicht nur ums Geld. Laut Experten sorgt langsameres Fahren auch für mehr Sicherheit. Weniger Tempo bedeutet weniger schwere Unfälle, weniger Staus und einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss. Auch die Lärmbelastung für Anrainer geht spürbar zurück.
Ein weiterer Hebel liegt im Schwerverkehr: Lkw sind für über 40 Prozent des Dieselverbrauchs verantwortlich. Obwohl für sie bereits Tempo 80 gilt, wird dieses Limit oft ignoriert. Hier fordert der VCÖ strengere Kontrollen.
Selbst "mildere" Maßnahmen würden Wirkung zeigen: Ein Tempolimit von 120 auf Autobahnen und 90 auf Freilandstraßen könnte rund 200 Millionen Euro pro Jahr sparen. Die strengere Variante verdoppelt diesen Effekt jedoch deutlich.
Fakt ist für die VCÖ-Forscher: Weniger Tempo bringt also mehr als nur Ruhe auf der Straße - es spart bares Geld und kann im Ernstfall sogar Leben retten.