Ein kleiner Plastikwal sorgt im Rahmen der Kunstaktion "Kaorle am Karlsplatz" für Kritik, aber auch für Zustimmung. "Der Wal sieht sehr billig aus. Wie eine aufblasbare Badeinsel für Kinder", sagte der Schweizer Tourist Peter F. über die Installation der heurigen "Kunst Biennale Wien".
"Ich weiß nicht genau, was für ein Wal das sein soll. Ein Orca ist es nicht, weil dann müsste Schwarz oben sein und Weiß unten", resümierte die Wiener "Wal-Kennerin" Susanne S., die die Idee "nicht schlecht" findet und von dem Plastik-Säuger zahlreiche Fotos machte.
Eine junge Touristin aus Russland, Anastasia, kann der Kunstaktion durchaus etwas abgewinnen: "The whale is funny and interesting. Very unusual" (dt. Der Wal ist lustig und interessant. Sehr ungewöhnlich). Weitere Passanten nutzten den Wal als Selfie-Hintergrund.
Und was sagen die Kuratoren zu der Wal-Installation? Der aufblasbare Säuger verweise als "kritischer Kommentar zur Klimakrise" auf "Umweltzerstörung und Artensterben". Die dazugehörige "konsumfreie Strandlandschaft aus Sand, Palmen, Liegestühlen und Sonnenschirm" vor der Karlskirche verbinde "eskapistische Leichtigkeit mit politischer Schärfe". Aha.
Dass der am Karlsplatz "gestrandete" Plastik-Wal unweigerlich an den sterbenden Buckelwal "Timmy" in der Ostsee erinnert, ist freilich nicht beabsichtigt - aber nicht von der Hand zu weisen.
"Kaorle am Karlsplatz" von Künstlerin Margot Pilz ist - als "Neuaufführung" eines Projekts der Wiener Festwochen 1982 - Teil der bereits zweiten "Klima Biennale Wien", die Besucher noch bis 10. Mai zu zahlreichen Veranstaltungen lädt.
Die heurige Ausgabe des Klima-Festivals wurde im Vergleich zur ersten Edition verkürzt. Der Fokus liegt diesmal auf dem Karlsplatz und der Hauptausstellung im KunstHausWien. Insgesamt gibt's an 60 Orten in der ganzen Stadt Installationen im öffentlichen Raum sowie diverse Ausstellungen.