Die zuletzt stark gestiegenen Energiepreise setzen Europas Haushalte massiv unter Druck - und führen zu einem klaren Umdenken: Immer mehr Menschen investieren in Solarenergie, Wärmepumpen und Elektroautos, wie eine "Heute"-Recherche ergab.
Auch in Österreich herrscht ein veritabler Ölschock. Eine Folge davon: Wärmepumpen sind derzeit besonders begehrt: "Die Nachfrage ist in den letzten Wochen beträchtlich gestiegen", so der Präsident von Wärmepumpe Austria, Richard Freimüller, auf "Heute"-Anfrage.
Auch sauberer Strom aus Österreich liegt im Trend, wie oekostrom-Chef Ulrich Streibl gegenüber "Heute" bestätigte. "Wir beobachten aktuell eine steigende Nachfrage nach Strom aus heimischen Quellen".
Die kriegsbedingten hohen Energiepreise führten "immer mehr Menschen klar vor Augen, wie riskant die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten" sei, so Streibl. Entsprechend gefragt seien "Fixpreis-Tarife mit Preisgarantie".
Deutlich zeigt sich der Trend auch in Großbritannien. Dort sind die Verkäufe von Wärmepumpen in den ersten drei Märzwochen um satte 51 Prozent gestiegen. Auch Solaranlagen boomen mit einem Plus von 54 Prozent. Selbst Ladegeräte für E-Autos legen kräftig zu - um 20 Prozent.
"Wir erleben eine große Wende: Die Menschen handeln", sagt Rebecca Dibb-Simkin vom Energieversorger Octopus Energy. Viele Familien wollen demnach von teuren fossilen Brennstoffen unabhängig werden.
Auch in Frankreich bekommt die Energiewende einen neuen Schub. Beim Online-Händler Aramisauto haben sich die Verkäufe von E-Autos innerhalb weniger Wochen fast verdoppelt. Plattformen in mehreren Ländern melden ebenfalls stark steigende Nachfrage - von Portugal bis Polen, schreibt das Portal Euronews.
In Norwegen ist der Wandel bereits Realität: Dort haben Elektroautos Dieselmodelle als meistverkaufte Antriebsart überholt, meldet Finn.no, das größte Gebrauchtwagenportal des Landes.
Der deutsche Erneuerbare-Energien-Anbieter Enpal BV berichtet laut Euronews, die Anfragen nach Solaranlagen und Wärmepumpen seien seit Beginn des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran um rund 30 Prozent gestiegen.
Fakt ist: Der Krieg trieb die Preise nach oben - und beschleunigt gleichzeitig den Umstieg auf saubere Energie wie selten zuvor.