Die Gefahr eines Bebens ist real - und sie wächst. Die Hayward-Verwerfung im Westen von Kalifornien gilt als eine der gefährlichsten Bruchlinien der USA. Experten warnen schon lange: Ein starkes Erdbeben ist dort "überfällig", sagen US-Forscher.
Neue Simulationen zeigen, wie heftig die Folgen sein könnten. Die Forscher haben berechnet, wie sich ein Beben der Stärke 7 entlang der Verwerfung ausbreiten würde. Das Ergebnis der Studie: In dicht besiedelten Gebieten rund um San Francisco (880.000 Einwohner) drohen massive Erschütterungen und schwere Schäden.
Die knapp 120 Kilometer lange Hayward-Verwerfung zieht sich durch die East Bay. Laut Schätzungen liegt die Wahrscheinlichkeit für ein starkes Beben in den nächsten Jahren überraschend hoch: Bis 2043 könnte die Chance auf ein Beben ab Stärke 6,7 bei knapp einem Drittel (33 Prozent) liegen, so die Forscher.
Besonders kritisch ist der sogenannte Bruchrichtungseffekt. Dabei breiten sich die Erschütterungen wie ein Stoß in eine bestimmte Richtung aus - mit deutlich stärkerer Wirkung. Gebäude entlang dieser Zone wären besonders gefährdet, vorwiegend höhere Bauwerke.
Auch geologische Besonderheiten spielen eine Rolle. In sogenannten Sedimentbecken kann sich die Bodenbewegung zusätzlich verstärken. Das macht manche Regionen noch anfälliger für Schäden - unabhängig davon, wo genau das Beben seinen Ursprung hat.
"Mit unseren Simulationen können wir besser abschätzen, welche Gebiete besonders betroffen sein werden", erklärt Studienautor Arben Pitarka. Ziel sei es, Infrastruktur rechtzeitig zu sichern und Gebäude nachzurüsten.
Klar ist: Je stärker das Beben, desto größer die Auswirkungen. Künftig wollen die Forscher daher ihre Modelle auch auf noch heftigere Szenarien ausweiten. Denn: Die Zeit bis zum nächsten großen Beben läuft - wann es kommt, weiß niemand.