Marco Odermatt plant nächstes Jahr mit der sechsten großen Kristallkugel in Folge – doch seine Titelverteidigung wird es für den Ski-Dominator wohl deutlich schwerer. Der Grund: Die Technik-Disziplinen dominieren klar das Programm.
Während je neun Abfahrten und Super-Gs geplant sind, stehen gleich elf Riesentorläufe und sogar 13 Slaloms auf dem Plan. Macht insgesamt 24 Technik – und nur 18 Speedrennen. Odermatt fährt bekanntlich keinen Slalom und legt seinen Fokus immer stärker auf die Speed-Bewerbe. Die neue Planung spielt ihm damit überhaupt nicht in die Karten.
Die Konkurrenz wittert mit der neuen Rennaufteilung jetzt ihre Chance. Vor allem die Technik-Spezialisten Lucas Pinheiro, Braathen, Atle Lie, McGrath oder Teamkollege Loic Meillard können davon profitieren. Und genau die waren es auch, die Odermatt letzte Weltcup-Saison am nächsten gekommen sind.
Und: Selbst bei der FIS sorgt das Ungleichgewicht für Stirnrunzeln. Rennchef Markus Waldner stellt klar: "Das hat es so auch noch nie gegeben". Fix ist der Kalender allerdings noch nicht. Am Sonntag wird das Thema bei der Frühjahrssitzung der Technischen FIS-Kommission in Portoroz diskutiert.
Waldner erwartet Widerstand: "Da muss noch etwas passieren. Und es wird sicher kritische Stimmen geben". Hinter den Kulissen soll es aber Druck geben, noch mehr Rennen durchzuführen. Auch FIS-CEO Urs Lehmann und Präsident Johan Eliasch treiben die Planungen offenbar voran.