Schockierende Szenen beim hitzigen Derby zwischen Portsmouth und Southampton: Ein 16-jähriger Ballbub hat nach einer Böller-Explosion das Gehör auf einem Ohr verloren. Der Vorfall ereignete sich am Sonntag im Fratton Park.
Der Teenager stand am Spielfeldrand, als ein pyrotechnischer Gegenstand aus dem Zuschauerbereich nur wenige Meter neben ihm detonierte. Getroffen wurde er nicht – die Explosion reichte dennoch aus, um starke Schmerzen, Kopfschmerzen und einen Hörverlust auszulösen. Der Ballbub wurde sofort medizinisch versorgt und zeigte sich sichtlich mitgenommen.
Portsmouth holte mit ÖFB-Keeper Nicolas Schmid ein 1:1. Der 28-Jährige spielt seit Sommer 2024 für den Championship-Klub, nachdem er Bundesligist Blau-Weiß Linz verlassen hatte. Sein Kollege Ibane Bowat hat ebenfalls Bundesliga-Vergangenheit: Der Innenverteidiger war in der Saison 2023/24 an Hartberg verliehen.
Mutter Jade Rogers schilderte die Situation um ihren verletzten Sohn gegenüber der "Daily Mail": "Er musste heute noch einmal untersucht werden, weil er weiterhin Schmerzen und Kopfschmerzen hatte."
Noch ist unklar, ob das Trommelfell verletzt wurde. "Leider ist das verletzte Ohr noch sehr getrübt, sodass man das Trommelfell nicht richtig sehen kann", erklärte die Mutter weiter. Hoffnung macht, dass keine extremen Schmerzen vorliegen: "Es sieht gut aus, dass es hoffentlich keine langfristigen Schäden gibt, auch wenn alles noch sehr dumpf und schmerzhaft ist."
Besonders belastend sei auch die psychische Komponente. "Er hatte letzte Nacht Schwierigkeiten zu schlafen, weil er ständig daran denken musste", sagte Rogers. Mediziner hätten zudem darauf hingewiesen, dass solche Knalltraumata PTSD auslösen können.
Umso erstaunlicher: Die Liebe zum Fußball ist ungebrochen. "Wir haben am Samstag ein Spiel – darf ich überhaupt noch Ballbub sein?", habe ihr Sohn gefragt, nachdem sich der Klub bei der Familie gemeldet hatte.
Neben dem 16-Jährigen wurde laut Berichten auch ein 15-jähriger Bursch verletzt, nachdem eine Krücke auf die Tribüne geworfen worden war. Für beide Betroffenen wurde eine Spendenaktion eingerichtet, die große Unterstützung aus der Portsmouth-Community erhielt.
Die Polizei nahm im Zusammenhang mit dem Spiel fünf Personen fest. Portsmouth FC wertet derzeit Videoaufnahmen aus und kündigte harte Konsequenzen an. Der Klub betonte, man werde keine weiteren Vergehen dulden. Bis hin zu Stadionverboten und strafrechtlichen Ermittlungen.