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Ballermann-Vergewaltigung: Anwälte sehen Widersprüche

Fünf Deutschen wird die Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen auf Mallorca vorgeworfen. Ihre Anwälte wollen sie jetzt aus der U-Haft befreien. 
20 Minuten
02.08.2023, 11:47
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Seit Mitte Juli sitzen die fünf Deutschen, denen vorgeworfen wird, eine 18-Jährige gemeinsam vergewaltigt zu haben, auf Mallorca in Untersuchungshaft. Bevor es zu der mutmaßlichen Tat kam, hatte das Opfer, ebenfalls aus Deutschland, einvernehmlichen Sex mit einem der Männer, später auch mit zweien seiner Freunde. Erst dann soll es zu sexuellen Übergriffen durch weitere der Männer gegenüber der Frau gekommen sein. Einer der Männer wurde freigelassen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass er zum Tatzeitpunkt auf der Couch des Hotelzimmers geschlafen hatte.

Nun gehen ihre Anwälte in die Offensive – sie wollen die mutmaßlichen Täter laut Informationen der "Mallorca-Zeitung" aus der U-Haft holen. Ihre Begründung: Es gebe Widersprüche in den bisherigen Darstellungen des Tathergangs vonseiten des Opfers. Daher seien die Bedingungen, die eine U-Haft in Spanien rechtfertigten, nicht gegeben. Die Ermittlungsrichterin dagegen hält das potenzielle Opfer für glaubwürdig, auch wenn ihr die Widersprüche in den Schilderungen der Frau nicht entgangen seien. Sie führt diese jedoch auf den aufgewühlten emotionalen Zustand der 18-Jährigen zurück.

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Untersuchungshaft sei "unverhältnismäßig"

Darüber hinaus stellen die Verteidiger der fünf Deutschen die Schlussfolgerungen der ärztlichen Untersuchung des mutmaßlichen Opfers infrage, auch eine weitere Zeugenaussage wird von den Verteidigern als unglaubwürdig angesehen. Ihre Mandanten hätten außerdem von Anfang an mit der Polizei kooperiert. Es bestehe keine Fluchtgefahr, die Männer kämen aus geordneten Verhältnissen und könnten auch in Deutschland ihren Meldeauflagen nachkommen. Auch eine mögliche Zerstörung von Beweismitteln sei nicht wahrscheinlich. Die Untersuchungshaft sei daher unverhältnismäßig.

Über eine mögliche Entlassung aus der U-Haft entscheidet Ermittlungsrichterin Ana San José Cabero. Zuvor war der als besonders hart geltende Richter Antoni Rotger vom Fall abgezogen worden – ebenfalls auf Antrag der Verteidigung der jungen Männer. Er hatte bereits 2022 im Fall der deutschen "Kegelbrüder" durch sein besonders hartes Vorgehen für Aufmerksamkeit gesorgt: Er ließ die Männer auch dann noch in Untersuchungshaft sitzen, als sich bereits Beweise für deren Unschuld mehrten. Mit einer Entscheidung wird in den kommenden Tagen gerechnet – noch bevor in Spanien die Behördenferien beginnen.

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