Geisterfahrer im Tunnel

Bankomat streikte! Deutscher dreht bei Maut einfach um

Ein 57-jähriger Deutscher geriet Sonntagfrüh auf der A9 in den Gegenverkehr. Nach einer Maut-Panne fuhr er als Geisterfahrer in den Bosrucktunnel.
Christoph Weichsler
25.01.2026, 22:08
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Sonntagfrüh gegen 5 Uhr war ein 57-jähriger Deutscher auf der A9 Pyhrnautobahn von Sattledt kommend in Richtung Graz unterwegs. Bei der Mautstelle Ardning wollte er die Tunnelmaut für den soeben durchfahrenen Bosrucktunnel bezahlen. Die Zahlung mit Bankomatkarte funktionierte jedoch aus bislang unbekannten Gründen nicht, der Schranken blieb geschlossen.

Daraufhin entschloss sich der Lenker zu einem folgenschweren Manöver. Er fuhr im Bereich der Mautstelle rückwärts, wendete seinen Pkw und setzte die Fahrt auf der Richtungsfahrbahn Graz entgegen der Fahrtrichtung in Richtung Wels fort. Zwischen der Mautstelle Ardning und dem Nordportal des Bosrucktunnels kamen ihm laut eigenen Angaben etwa sechs Fahrzeuge entgegen, zu unfallgefährdenden Situationen kam es dabei nicht.

ASFINAG sperrt Tunnel rechtzeitig

Zur selben Zeit befanden sich die ASFINAG-Mitarbeiter Herta Turdo und Stefan Neudorfer auf Kontrollfahrt von Ardning Richtung Bosrucktunnel. Auf der Gegenfahrbahn bemerkten sie den Wagen sofort und verständigten umgehend die Verkehrsmanagementzentrale Ardning.

Der Tunnel wurde daraufhin auf Rot geschaltet und für den gesamten Verkehr gesperrt. Turdo und Neudorfer fuhren durch den Tunnel, wendeten beim Nordportal und positionierten sich dem Geisterfahrer in der zweiten Röhre entgegen.

Fahrer angehalten, Polizei übernimmt

Mit Blaulicht, Folgetonhorn und Lichthupe machten die ASFINAG-Mitarbeiter auf sich aufmerksam. "Da haben wir das Licht des Geisterfahrers schon gesehen, wir sind am rechten Fahrbahnrand stehengeblieben, hatten Blaulicht und Folgetonhorn eingeschalten und zusätzlich den Lenker mit der Lichthupe gewarnt", schildert Neudorfer.

Der Mann hielt kurz darauf an. Die ASFINAG-Mitarbeiter nahmen ihm den Autoschlüssel ab, brachten den Pkw mit seinem Einverständnis aus dem Tunnel und warteten auf die alarmierte Autobahnpolizei aus Klaus. "Wir hatten natürlich ein mulmiges Gefühl dabei, aber wir werden auf solche Situationen ja auch gut vorbereitet und dann funktioniert man eben einfach und tut das Richtige", so Neudorfer.

Führerschein weg, Anzeige folgt

Dem 57-Jährigen wurde der Führerschein vorläufig abgenommen, die Weiterfahrt wurde ihm untersagt. Er wird wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit von der Staatsanwaltschaft Steyr angezeigt.

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