Niederösterreich

Bankschließfach-Coup: Wer kennt diese Männer?

Die Polizei gab weitere Fotos von den mutmaßlichen Tätern frei. Sie sollen in NÖ und Wien Schließfächer von Banken geleert haben. Zeugen gesucht.
Tanja Horaczek
18.12.2020, 11:27

Das Landeskriminalamt NÖ fahndet nach den Tätern, die in drei Banken in Mödling, Klosterneuburg und Wien-19 Schließfächer geknackt haben sollen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürften zumindest sieben unbekannte Personen (eine Täterin und sechs männliche Täter) an den Tatausführungen beteiligt gewesen sein. Mit den neuen Fotos sollen weitere Zeugen gesucht werden. Die Ermittlungen, was die Schadenssumme und die Anzahl der aufgebrochenen Schließfächer betrifft, sind ebenfalls noch nicht abgeschlossen.

Weitere Zeugen gesucht

Wie "Heute" berichtete, sind in der Bundeshauptstadt und in Niederösterreich insgesamt 68 Schließfächer von über 60 Opfern geknackt worden. Der Schaden: Ein zweistelliger Millionenbetrag, von bis zu 25 Millionen Euro ist die Rede. Bei den Tätern soll es sich um eine international agierende Gruppe handeln, die auch in mehreren Nachbarstaaten Österreichs auf Beutetour gegangen sein dürfte. Das LKA Wien hat die Ermittlungen bereits aufgenommen und arbeitet dabei eng mit den Ermittlern aus Niederösterreich zusammen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Die Ermittler des Landeskriminalamtes bitten die Bevölkerung nun um Mithilfe bei der Suche nach dem Verdächtigen. Sachdienliche Hinweise (auch anonym) werden unter der Nummer 01/31310/33800 erbeten.

Rückblick: So agierten die Täter

Raffiniert war die Bande bei ihrem mehrfachen Coup in Klosterneuburg, Mödling und Wien vorgegangen. Der Schlitz für die Zutrittskarten wurde manipuliert. In die Öffnung wurde ein nicht erkennbares Lesegerät gesteckt, das die Daten aller eingesteckten Karten übertrug (Skimming). Über Wochen wurden so Zugangscodes der Bankkunden gesammelt. 

In den Foyers der Bank-Institute dürften geheime Kameras angebracht worden sein, die Kunden wurden beim Eingeben der PIN-Codes gefilmt. Zusammen mit den Daten aus den Magnetkarten hatten die Täter alle „Werkzeuge“ beisammen, um sich bedienen zu können. Mit den gestohlenen Codes holten sie ein Schließfach nach dem anderen aus dem Tresorraum im Keller der Geldinstitute nach oben und leerten die Kassetten - mehr dazu hier.

Insgesamt konnte die mindestens sechsköpfige Bande so den Inhalt von 68 Schließfächern leeren - 31 in Klosterneuburg, 29 in Mödling und acht Schließfächer bei der Raika in Wien. Der Inhalt: Cash, Gold, andere Edelmetalle, Edelsteine und Uhren im zweistelligen Millionenwert.

Spannend bleibt die Haftungsfrage: Denn einige Kunden hatten sechs- und sogar siebenstellige Beträge in den Schließfächern gehabt und die Bank haftet nicht für Schäden durch höhere Gewalt oder Einwirken Dritter. Ein längerer Rechtsstreit ist somit vorprogrammiert.