Kurioser Fall in Hannover: Ein Mann betrat Anfang Juli eine Bankfiliale, hielt ein 30 Zentimeter langes Messer in die Höhe und forderte Geld. Doch als die Mitarbeiterin erklärte, es gebe keine Kasse, bestand er trotzdem auf Bargeld. Am Ende gab ihm ein Mitarbeiter zehn Euro aus seinem eigenen Portemonnaie.
Draußen vor der Bank bot ein Zeuge dem Täter sogar noch mehr Geld an – unter der Bedingung, dass er das Messer weglegt. Das tat der 28-Jährige auch prompt, woraufhin er von Passanten zu Boden gerungen wurde.
Wie n-tv.de berichtet, stellte sich vor Gericht heraus: Der obdachlose und drogenabhängige Mann wollte gar kein Geld – er wollte ins Gefängnis. "Ich war verzweifelt und sah keinen Ausweg mehr", erklärte er. Das Leben auf der Straße habe er nicht mehr ausgehalten.
Das Amtsgericht Hannover verurteilte ihn zu fünf Monaten Gefängnis – wegen seiner Vorstrafen ohne Bewährung. Genau das, was der Mann laut seinem Verteidiger erreichen wollte. Richter Melle Klinkenborg bestätigte diese Einschätzung: Der Angeklagte habe während des Überfalls mehrfach nach der Polizei gefragt und vor der Bank auf seine Festnahme gewartet.
Das Urteil ist rechtskräftig – beide Seiten verzichteten auf Rechtsmittel. Nur ein Detail bleibt offen: Der Zeuge, der die zehn Euro gegeben hatte, hätte sein Geld gerne zurück.