Ein missglückter Bankomat-Coup in Aschbach-Markt (Bezirk Amstetten) hat für einen 28-jährigen Niederländer ein gerichtliches Nachspiel. Am Donnerstag wurde er am Landesgericht St. Pölten zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft meldete Strafberufung an. Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht geständig.
Die Tat ereignete sich in der Nacht auf den 28. November 2025. Laut Staatsanwaltschaft wurde der Geldausgabeautomat einer Bankfiliale zunächst mit einem Brecheisen geöffnet.
Anschließend sollte der Bankomat gesprengt werden. Der Versuch scheiterte jedoch, weil der Tresor standhielt. Die Täter mussten ohne Beute flüchten.
Trotz des gescheiterten Coups entstand erheblicher Schaden. Das Gebäude, in dem sich die Bankfiliale befindet, wurde massiv beschädigt.
Der 28-Jährige soll gemeinsam mit einem Komplizen auf einem Motorroller geflüchtet sein. Dabei dürfte es zu einem Unfall gekommen sein. Wenige Kilometer vom Tatort entfernt fanden Ermittler später den Roller sowie eine Tasche mit einem Brecheisen.
Eine Passantin machte schließlich rund 14 Kilometer von der Bank entfernt einen weiteren Fund: An der Donau entdeckte sie die Tatkleidung der beiden Verdächtigen.
DNA-Spuren brachten die Ermittler schließlich auf die Spur des 28-Jährigen. Er wurde festgenommen und Ende Juni nach Österreich ausgeliefert. Sein mutmaßlicher Komplize konnte bisher nicht ausgeforscht werden.
Vor Gericht erklärte der Niederländer, ursprünglich nur den Motorroller nach Österreich bringen zu sollen. Nachdem einer von zwei Komplizen abgesprungen sei, sei er bedroht und zur Teilnahme gezwungen worden. Von versprochenen 2.000 Euro habe er 500 Euro erhalten.
Sein Verteidiger betonte, der 28-Jährige sei weder federführend noch in einer maßgeblichen Rolle beteiligt gewesen. Ein Ermittler erklärte hingegen, Bankomat-Sprengungen in Österreich seien in den vergangenen Jahren hauptsächlich von den Niederlanden aus organisiert worden. Dabei werde "arbeitsteilig" vorgegangen.
"Es tut mir sehr leid. Es hätte nie so weit kommen dürfen", sagte der zweifache Vater vor Gericht. Namen seiner mutmaßlichen Mittäter wollte er aus Angst um seine Sicherheit nicht nennen. Seiner Familie sei gedroht worden, zudem sei als Warnung auf ein Fenster seines Hauses geschossen worden.
Das Gericht sprach den 28-Jährigen wegen gewerbsmäßigen schweren Diebstahls durch Einbruch im Rahmen einer kriminellen Vereinigung schuldig. Mildernd wertete es das Geständnis und den Umstand, dass es beim Versuch geblieben war. Erschwerend wirkten unter anderem zwölf Vorstrafen in den Niederlanden. Einer Versicherung wurden mehr als 102.000 Euro zugesprochen.