In Australien sorgt ein dramatischer Vorfall für Aufregung: Der Friseur Ricky Jefferies wird als Held gefeiert, weil er aus seinem Geschäft gestürmt ist, um einen Mann festzuhalten, der mit Absicht ein Auto auf die Politikerin Helen Haines gelenkt haben soll. Der Vorfall ereignete sich in der kleinen Stadt Wangaratta.
Jefferies hatte am Montag gerade Haare geschnitten, als er draußen einen "lauten Knall" hörte. Er bemerkte, dass der Fahrer eines Toyota LandCruiser Haines erfasst hatte. Die Politikerin wurde dabei schwer verletzt.
"Es war verrückt, ich bin einfach rausgelaufen, um zu sehen, was los ist", erzählte Jefferies Reportern. Er schilderte, wie er der in der Region sehr geschätzten Abgeordneten zu Hilfe eilte. Dabei griff er dem mutmaßlichen Angreifer ein Messer aus der Tasche und zog ihn aus dem Auto.
"Er hatte ein Messer. Mir war einfach nicht wohl bei seinen Bewegungen, also hab ich es ihm aus der Tasche genommen und weggeschmissen", sagte Jefferies. Danach hielt er den Mann fest, bis die Polizei eintraf.
"Ich hab mich über ihn gebeugt und als er am Boden war und keine Gefahr mehr darstellte, bin ich bei ihm geblieben und hab ihm gesagt, dass er nicht weggehen kann", schilderte Jefferies weiter.
Haines, 65 Jahre alt, wurde mit dem Hubschrauber ins Spital gebracht und in der Nacht operiert. Ihr Zustand ist weiterhin kritisch.
Obwohl die Polizei noch kein Motiv für die Tat genannt hat, sorgt die Beteiligung der Terrorismus-Ermittler für Sorge, dass es sich um politische Gewalt handeln könnte – etwas, das in Australien selten vorkommt.
Jefferies, dessen Geschäft direkt neben dem Wahlkreisbüro von Haines liegt, beschrieb die frühere Hebamme als eine "ehrliche, freundliche Person". Premierminister Albanese lobte Jefferies für sein Eingreifen und nannte ihn einen Helden.
"Zu dieser dunklen und schrecklichen Zeit gibt es einen Lichtblick: Ein guter Samariter, jemand, ist Helen in Wangaratta zu Hilfe geeilt und hat sich dabei selbst in Gefahr gebracht. Und diese Person ist heute ein Held", sagte Albanese im Interview mit dem Sender Nine.
Jefferies selbst sieht das bescheidener. "Ich glaube nicht, dass ich ein Held bin. Ich denke, ich war einfach jemand, der die Möglichkeit hatte, in einer halbwegs sicheren Art und Weise einzugreifen", meinte er.