Die Blamage im Viertelfinale der Champions League löst in Barcelona ein Beben aus. Die Katalanen gingen gegen den deutschen Double-Sieger am Freitag mit 2:8 unter. Es war das desaströse Ende einer verkorksten Saison. Nach dem Corona-Re-Start hatte der Klub auch die Führung in La Liga verspielt, Real wurde Meister.
Superstar Lionel Messi hatte schon nach dem verlorenen Titelkampf von einer "schwachen" Mannschaft gesprochen, soll nun sogar um seine Freigabe gebeten haben.
In Barcelona bleibt kein Stein auf dem anderen. Der erste, der geht: Trainer Quique Setien. Der Coach ist schon seit Wochen umstritten. Das Debakel in Lissabon hat sein Schicksal besiegelt. Klub-Boss Josep Bartomeu hat sein Aus inzwischen im spanischen Fernsehen bestätigt. Klub-Ikone Xavi Hernandez wird als möglicher Nachfolger gehandelt.
Der Trainerwechsel wird nicht die einzige Änderung bleiben. Schon fix: Miralem Pjanic kommt von Juventus Turin. Für den 30-jährigen tauschte Barca den 24-jährigen Mittelfeldmotor Arthur ein. Flügel-Talent Trincao (20) kommt für 31 Millionen Euro von Braga. Matheus Fernandes (22) wurde für sieben Millionen von Palmeiras geholt, ist im defensiven Mittelfeld beheimatet. Mit dem 17-jährigen Pedri wurde ein talentierter Linksaußen für fünf Millionen von Las Palmas verpflichtet.
Im Klub rumort es indes. Der langjährige Führungsspieler, Gerard Pique (33), hat seinen Rücktritt angeboten. Spanischen Medien ist zu entnehmen, dass nur wenige Spieler nicht zum Verkauf stehen: Marc-Andre ter Stegen, Frenkie de Jong, Clement Lenglet, Ansu Fati, Riqui Puig. Auch Klub-Legende Lionel Messi soll nicht verkauft werden - das steht im Widerspruch zu den Gerüchten, wonach Messi selbst weg will.
Altstars Sergio Busquets, Luis Suarez, Jordi Alba und Pique sind nicht mehr unantastbar. Antoine Griezmann und Ousmane Dembele, für die jüngst noch hohe Ablösesummen gezahlt wurden, sind nicht mehr gefragt.
Neson Semedo steht zum Verkauf. Samuel Umtiti, Ivan Rakitic, Rafinha, Arturo Vidal, Philippe Coutinho, Martin Braithwaite, Neto und Junior will der Klub loswerden. Der große Umbruch steht bevor.