Barroso attackiert Hofer mit KZ-Vergleich

Der Vorschlag des FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer, Flüchtlingslager in Afrika zu errichten, erinnere ihn an die Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg, sagte der frühere EU-Kommissionspräsident Barroso bei einer Diskussion in Genf.

Der Vorschlag des FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer, Flüchtlingslager in Afrika zu errichten, erinnere ihn an die Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg, sagte der frühere EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bei einer Diskussion in Genf.
 

Die Teilnahme von FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer an einer Podiumsdiskussion am Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung (IHEID) in Genf, sorgte gleich zwei Mal für Aufregung:

Schon im Vorfeld hatten Studenten und Professoren in einem Offenen Brief an die Institutsleitung gegen die Einladung Hofers protestiert. Thema der Diskussion: "Können europäische Politiker die Migrationskrise lösen?" In dem Schreiben vermerkten die über 130 Unterzeichner, dass der österreichische Bundespräsidentschaftskandidat mit "verschiedenen rechtsextremen Gruppierungen und deren Gedankengut wie Islamophobie, Homophobie und Antisemitismus in Verbindung gebracht" werde.

Das Institut lud Hofer trotzdem ein. Die Studenten hielten auch während der Diskussion an ihren Protesten fest und zeigten Anti-Hofer Banner. Auch Flugblätter mit der Aufschrift "Refugees Welcome", "Keine Grenzen" oder "Sag nein zu Rassismus" wurden verteilt. Hofer bezeichnete die Zwischenrufe aus dem Publikum als "nicht tolerant".

Harte, teils untergriffige Wort-Diskussion

Schließlich kritisierte Barroso Hofer wegen dessen Idee, "sichere Gebiete" für Flüchtlinge in Form von Flüchtlingslagern in Afrika zu errichten. Dies erinnere ihn an Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg.

Hofer griff daraufhin Barroso persönlich an: "Was ist mit Ihnen, haben Sie Flüchtlinge zu Hause? Sie sind ein reicher Mann. Haben Sie Flüchtlinge zu Hause? Haben Sie?"

Als Barroso in der Folge die Stimme erhob, konterte Hofer: "Schreien Sie nicht. Sie haben den Krieg (Irak, Anm.) unterstützt. Das ist wahr. Das ist wahr, und deshalb sind Sie so nervös." Hofer spielte darauf an, dass Barroso in seiner Zeit als portugiesischer Ministerpräsident einer der EU-Spitzenpolitiker gewesen war, die sich für den Irakkrieg aussprachen.

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