Welt

Bataclan-Verletzter traf Retter im Spital

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:12

Der französische Journalist Daniel Psenny filmte mit seinem Handy aus seiner Wohnung, wie panische Konzertbesucher aus den Fenstern des Bataclan ins Freie kletterten. Während er einen Verletzten von der Straße holte, wurde er selbst angeschossen. Nun haben sich beide Männer wieder getroffen.

In einem  im Spital erzählt Psenny, wie er die Horror-Stunden miterlebt hat. Dabei berichtet er, dass er im Krankenhaus jenen Verletzten wieder getroffen hat, den er in sein Haus gezogen und dadurch vor den Schüssen gerettet hatte. Der Journalist wurde dabei selbst von einer Kugel an der Schulter getroffen. 

"Ich hörte Lärm und öffnete das Fenster", erzählt Psenny. "Erst dachte ich, es ist eine Rauferei nach einem Konzert." So etwas habe es öfters vor dem Bataclan gegeben. "Aber als ich die Schüsse wahrnahm, dachte ich, da schießt jemand im Saal. Vielleicht fliehen die Leute ja in Panik." Aus einem journalistischen Reflex heraus habe er sein Handy gezückt und die Szenen gefilmt.  

Erst nach etwa zehn Minuten habe sich die Lage beruhigt, geschossen wurde nicht mehr "Ich ging dann hinunter und öffnete die Haustür, damit Leute zu uns ins Haus flüchten konnten. Rechts von unserem Haus lag ein Mann. Mit einer anderen Person habe ich ihn ins Haus geholt." Das Opfer war ein am Bein verletzter Amerikaner namens Matthew. Als Psenny die Tür schließen wollte, sei er von einer Kugel in die Schulter getroffen worden. Nachbarn stoppten die Blutung und brachten Psenny gemeinsam mit Matthew in eine Wohnung im vierten Stock.

Szenen des Schreckens

Matthew, der im Konzertsaal verwundet wurde, erzählte "Le Monde": "Als ich Schüsse hörte, bin ich sofort Richtung Ausgang gerannt". Dann traf ihn eine Kugel ins Bein. Kriechend sei er ins Freie gerobbt. Nach seiner Rettung konnten er und sein Retter erst Stunden später ins Spital gebracht werden, zu gefährlich sei die Lage gewesen. Die beiden haben sich dann aus den Augen verloren.

Nach einigen Tagen im Krankenhaus habe Psenny erfahren, dass sein Schützling nur ein paar Zimmer weiter im selben Krankenhaus liegt. Beide überlebten.

Für den 36-jährigen Amerikaner war der Konzertbesuch nicht die erste Erfahrung mit islamistischem Terror. Am 11. September 2001 war er zu Fuß vom World Trade Center aus durch halb Manhattan geflüchtet, nachdem ein Flugzeug in das Gebäude gekracht war. "Was ich im Bataclan erlebt habe, war tausendmal schlimmer."

 

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